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Ahnsbeck Ahnsbecker Frauenkegelklub feiert 50-jähriges Bestehen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Ahnsbecker Frauenkegelklub feiert 50-jähriges Bestehen
18:20 02.06.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Die "Kegelschwestern" des Klubs "Heideglück" feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Nur noch acht von ehemals 25 Mitgliedern sind bis heute dabei geblieben. Vier der Dame gehören bereits seit der Gründung am 31. Mai 1967 dazu (von links): Marieluise Thies, Margarete Hägerling, Erna Geffers, Erika Vörtmann, Erika Backhaus, Irmgard Rehwinkel, Renate Lindmüller, Ilse Schweitzer. Quelle: Oliver Knoblich
Ahnsbeck

"Das hat ja damals alles zu einer ganz anderen Zeit angefangen. Da war es auf dem Dorf etwas Besonderes, dass wir Frauen kegeln gehen können. Dass wir nun endlich aktiv sein durften, war dabei noch schöner", erinnert sich Renate Lindmüller zurück. Die 86-Jährige ist nicht nur das älteste Mitglied des Kegelklubs, sondern auch eines von vier Gründungsmitgliedern, die immer noch aktiv sind.

Angefangen hat alles mit einer neuen Kegelbahn in Ahnsbeck und Erika Vörtmann. "Ich dachte mir, warum machen wir nicht einen Klub, wo jede Frau mitmachen kann", erzählt sie. Deshalb fragte die damals 24-Jährige im ganzen Dorf herum und fand schon bald zwölf weitere begeisterte Keglerinnen. Sie gaben sich den Namen "Heideglück" und trafen sich wöchentlich in der Gaststätte Heidehof, um ihrer neuen Lieblingsbeschäftigung zu frönen. Und was machten ihre Ehemänner währenddessen? "Die haben kurzerhand einen Gegenklub mit Namen 'Heideroller' gegründet", berichtet Margarete Hägerling.

Während die Jahre verstrichen, einige Mitglieder aufhörten und wieder andere hinzu kamen, wurde ihre Freundschaft untereinander immer enger. Sie feierten gemeinsam Feste wie Geburtstage, Fasching und ihre Jubiläen, und machten immer wieder kleine Ausflüge wie eine Fahrradtour entlang der Elbe. Wirklich gestritten haben sie sich in all der Zeit nicht. "Natürlich hatten wir mal kleine Meinungsverschiedenheiten. Aber wirklich gezankt oder gar schlecht benommen haben wir uns nie", sagt Lindmüller. Stattdessen sind sie zu richtigen "Kegelschwestern" geworden, wie sie sich untereinander nennen, und sind seit 2007 in derselben Besetzung wie heute.

Mittlerweile hat der Klub mit dem Kegeln aufgehört, nachdem auch ihre zweite Kegelbahn in Ahnsbeck geschlossen wurde. "Da haben wir dann die Nase voll gehabt. Zumal viele von uns schon manchmal so ein 'Zwickerle' verspürt haben", erzählt Vörtmann. Stattdessen fingen sie 2010 mit Kartenspielen wie Skip-Bo und Rummikub an. Seitdem treffen sich die "Kegelschwestern" an jedem ersten Dienstag im Monat in wechselnder Reihenfolge bei sich Zuhause. Sie essen, trinken, klönen und spielen Karten. Zu besonderen Ereignissen, wie ihrem Jubiläum, gibt es einen kleinen Klopfer, der mit einem dreifachen "Gut Holz" zu Ehren der Gastgeberin getrunken wird, ehe mit dem Spielen begonnen wird.

Am Mittwochabend, als die Gruppe ihr 50-jähriges Bestehen feierte, lief es jedoch anders. Der Fokus lag ganz auf den Gesprächen und dem Schwelgen in vergangenen Erlebnissen. Sie schauten sich die insgesamt 18 "Kegelkladden", die jedes Spiel genau dokumentierten, und alte Fotoalben, die von der Geschichte ihres Klubs zeugen, an. "Was haben wir alles miteinander erlebt: Freude, als unsere Kinder geboren wurden, aber auch Leid, als die meisten unserer Ehemänner verstorben sind", erinnert sich Irmgard Rehwinkel. Der Zusammenhalt der anderen habe einen immer wieder hochgebracht. Inzwischen haben sie zusammen 19 Kinder, von denen allerdings kein einziges kegelt – höchstens früher mal, zum Kindergeburtstag.

Und was wünschen sich die Damen für die Zukunft? Auf jeden Fall, dass ihre diesjährige Jubiläumsfahrt ein voller Erfolg wird. "Aber vor allem ist es wichtig, dass wir alle gesund bleiben", sagt Vörtmann. Erika Backhaus ergänzt: "Und dass wir uns noch viele Jahre in dieser kompletten Runde treffen können, oder?" Dem können all ihre "Kegelschwestern" nur zustimmen.