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Ahnsbeck Anblasen in Ahnsbeck: Schonfrist endet mit dicken Backen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Anblasen in Ahnsbeck: Schonfrist endet mit dicken Backen
21:56 06.05.2018
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Ahnsbeck

In Gestalt des durchgedrehten Oberförsters Pudlich hat der ostfriesische Kultkomiker Otto Waalkes vor 30 Jahren das Jagdhornblasen aufs Korn genommen. Von diesem humoristischen Tiefschlag hat sich das weidmännische Blechblasen nie ganz erholt. Außerhalb der Jagdszene wird es immer noch belächelt – sofern man überhaupt davon spricht. Doch das Jagdhorn ist als Musikinstrument viel besser als sein Ruf. Aus den wenigen Tönen, die das krumme Blasinstrument zulässt, können geübte Musiker ganz zauberhafte Melodien erklingen lassen. Den Beweis dafür haben am Freitag rund hundert Jagdhornbläser aus dem Landkreis Celle angetreten.

Als Austragungsort für das mittlerweile jährlich stattfindende "Anblasen des Jagdjahres" hat Organisator Achim Meyer vom Hegering Lachtetal das Ahnsbecker Schützenhaus mit seinem idyllischen Eichenhain ausgesucht. "Von einer Tradition kann man noch nicht reden. Aber wenn sich das einläuft, dann ist das so", eröffnet Meyer das dritte Kreisbläsertreffen. Auch in den kommenden Jahren will er die Jagdhornbläser aus dem Celler Land am ersten Freitag im Mai zusammentrommeln. "Es liegt an Achim, dass wir alle hier sind. Er bringt Menschen durch Musik zusammen", betont anschließend Ludger Benien vom Hegering Hohne, der die 200 Zuschauer als musikalischer Leiter durchs Programm führt.

"Der Auftakt in Bargeld war gut, da hatten wir nur etwas weniger Musiker. Und in Beedenbostel waren's weniger Zuschauer", blickt Meyer auf die beiden vorausgegangenen Veranstaltungen zurück. Seit mehr als 20 Jahren spielt er selbst schon das Jagdhorn. Manchmal ein kleines Fürst-Pless-Horn, manchmal ein großes S-Horn. "Mit letzterem spiele ich in einer reinen Parforce-Gruppe unter der Leitung von Günther Kaufmann. Da haben wir schon ganz schöne Highlights gehabt", sagt er. In der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder in der Dresdner Frauenkirche spielte er bereits. Die beste Akustik habe aber die Dresdner Kathedrale: "Da dauert es sieben Sekunden, bevor ein Ton verklingt."

Zehn Bläsergruppen aus dem Landkreis Celle spielen an diesem Abend. Darunter auch "Die Schwarzkittel" von Jutta Hahnkemeyer. "Sie schafft es, junge Menschen an das trockene Thema Jagdhornblasen heranzuführen", lobt Benien. Wie das geht? "Ich lasse denen eine ganz lange Leine. Wir üben zu Hause auf dem Hof und da können sie sich frei bewegen und spielen", erläutert Hahnkemeyer und fügt hinzu: "Wir machen das mit Spaß. Es gibt keinen Druck." Musikalisches Talent und Vorwissen seien nicht so wichtig: "Wer keine Noten lesen kann, der lernt durchs Hören. Wir üben durch Wiederholung."

Das geht übrigens nicht nur dem Nachwuchs so. "Ich kann keine Noten lesen", gesteht selbst Jagdhorn-Veteran Meyer und verrät: "Viele blasen nach Gehör." Der erfahrenste Blechbläser des Anblasens gehört natürlich nicht zu dieser Gruppe. "Ich habe den Beruf des Försters von der Pike auf gelernt", sagt der 83-jährige Heinz Josef Wulf von der Bläsergruppe Celle. Das Jagdhornblasen habe dabei wie selbstverständlich dazu gehört.

Nach gut 20 Jahren muss Wulf beim Musizieren aber etwas kürzer treten. "Ich merke schon, die Lungenkraft lässt nach. Bei den hohen Tönen muss ich mich ein bisschen zurückhalten", sagt er. Die Jagd habe er aus Altersgründen längst aufgegeben, das Jagdhornblasen lässt er sich aber nicht nehmen – auch wegen der Kameradschaft. "Man kennt sich im Raum Celle, egal ob man nach Bergen kommt oder nach Wienhausen."

Fünf Lieder spielen Wulf und seine Bläsergruppe Celle – darunter auch sein Lieblingslied: Marsch der Gebirgsjäger. "Das ist lebendig, das hat Schmiss. Und es hat zwei Soli. Damit fordert es auch die Plessbläser so ein bisschen", sagt er. Zum großen Finale greift der ehemalige Heeresflieger dann aber zum größeren Parforce-Horn. Von Lagerfeuern und Lichterketten angeleuchtet spielt eine erlesene Musikerschar die drei letzten und vielleicht schönsten Stücke des Abends. Besonders stimmungsvoll und passend erklingt das Schlusslied der Celler Jagdhornbläser: "Kein schöner Land".

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