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Ahnsbeck Betrunkener schießt auf Ahnsbecker
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17:04 23.05.2011
Ahnsbeck

Mittwoch, vielleicht Donnerstag darf Friedrich-Michael Kobbe wieder nach Hause nach Ahnsbeck. Bis dahin wird der 28-Jährige in der Augenklinik in Hamburg-Eppendorf bleiben und noch bis zu zwei Operationen über sich ergehen lassen müssen, angesetzt waren sie gestern noch nicht. „Sie wollen es zusammenflicken, damit es heilt.“

Am späten Samstagabend war im Hamburger Schanzenviertel mit einer Druckluftwaffe auf Kobbe geschossen worden, das Projektil traf mitten in sein linkes Auge. Das Auge sei schwer geschädigt, erfuhr Kobbe von den Medizinern. Die Netzhaut sei verletzt. „Irgendwas haben die genäht“, sagt er. Am Sonntagvormittag hatten die Ärzte ihn das erste Mal operiert. Mit dem Auge habe er Licht nur eingeschränkt wahrnehmen können.

Kobbe hatte bei Bekannten seiner Freundin in einen Geburtstag reinfeiern wollen. Etwa 20 bis 25 Gäste seien auf der Sitz- und Stehparty gewesen, einer ganz ruhigen Geschichte mit Musik aus Boxen, die an einen Computer angeschlossen waren. Niemand habe sich bemerkbar gemacht und sich beschwert, dass es zu laut gewesen sei, sagt er.

Kobbe saß unter einem weißen Pavillon an der Stirnseite eines Tisches und unterhielt sich, als er den Knall hörte und den stechenden Schmerz im Auge spürte. Vor Schmerzen brach er zusammen, Mit einem Rettungswagen wurde er wenig später ins Krankenhaus gebracht. Das Projektil steckte nicht im Auge, es war vermutlich abgeprallt.

Kobbes Pläne sind erst einmal über den Haufen geworfen. In zwei Wochen wollte der Ahnsbecker in Wolfsburg seine Masterarbeit verteidigen, er hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Am 1. Juni wollte er zudem bei einem Ingenieurbüro in Wolfsburg die Arbeit aufnehmen. Daraus wird nichts, er hofft, dass er Anfang Juli soweit wieder hergestellt wird, dass er arbeiten kann. „Es wird noch ein paar Tage dauern, bis feststeht, welche bleibenden Schäden das Auge hat“, sagt er am Telefon.

Von dem Schützen, der ihn schwer verletzte, weiß er nur aus der Zeitung, dass der 57 Jahre alt sein soll, mit Vornamen Uwe heißt und zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisiert gewesen sein soll.

Von Joachim Gries