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Ahnsbeck Dokumente aus dem Einflussbereich der Celler Herzöge präsentiert
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Dokumente aus dem Einflussbereich der Celler Herzöge präsentiert
19:00 08.05.2011
Von Simon Ziegler
Johannes Mellinger: Die Vogtei Beedenbostel (Foto Kreisarchiv Celle) Quelle: nicht zugewiesen
Ahnsbeck

Eine Auswahl dieser und ähnlicher Schätze aus dem Bereich der ehemaligen Großvogtei Celle präsentierten die Familien- und Heimatforscher Klaus Dieter Hanke aus Ahnsbeck und Hans-Günther Michels aus Suderwittingen kürzlich in Ahnsbeck.

Eine große Anzahl Besucher konnte aus dem privaten Archiv der beiden Forscher auch die wichtigsten historischen Landkarten für die Region in Kopie bewundern, zu denen unter anderem der prachtvolle Atlas des Fürstentums Lüneburg des Celler Schlossarztes Johannes Mellinger vom Ende des 16. Jahrhunderts gehört.

Für Hobby-Forscher sind die in Mittelniederdeutsch verfassten Urschriften dieser Jahrhunderte alten Unterlagen kaum oder gar nicht lesbar. Umso erfreulicher ist es, dass Hanke und Michels sich daran gesetzt haben, etliche dieser Register in eine heute lesbare Sprache zu übertragen. Dazu gehören das Celler Schloss-(Einnahme)Register von 1378, vergleichbar den späteren Vogtei- und Schatzregistern der Großvogtei Celle oder das Viehschatzregister der Amtsvogtei Beedenbostel von 1589. Bearbeitet wurden von den beiden Forschern aber auch der Teilungs- und Verkoppelungsrezess von Ahnsbeck und die Teilung des Schmarloh (beides im 19. Jahrhundert), einer großen, damals unwirtlichen Fläche, die heute zu den Landkreisen Celle und Gifhorn gehört. Die Besonderheit der von Michels und Hanke durchgeführten Übertragung liegt in den gegenüber gestellten Urschriften, wie Michels während seines Vortrages betonte. So hat der Leser die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den alten Schriftstücken zu machen und die Übertragung zu kontrollieren.

Etwa vom 13./14. Jahrhundert an führten Schatzregister auch die Namen von Hofbesitzern, Handwerkern und anderen Berufsgruppen auf, so dass sie auch für Familienforscher von Interesse sind, selbst wenn oftmals nur der Vorname genannt ist.

Neben Heimat- und Familienforschern zogen Ausstellung und Vortrag auch Wissenschaftler, Archivare und andere prominente Gäste an. So saßen außer Dr. Josef Dolle vom Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen und der Isenhagener Äbtissin Susanne Jäger auch Rainer Voss und Anja Ittrich vom Kreisarchiv Celle mit im Auditorium.

Ob es bisher schon eine vergleichbare Ausstellung derartiger historischer Dokumente für unseren Raum gegeben hat oder hier Neuland betreten wurde, wie Michels in seinen Erläuterungen behauptete, sei dahingestellt. Informativ, sehenswert und wichtig für Forschungen auf dem Gebiet der Orts- und Höfegeschichte sowie der Familienkunde war die Ausstellung auf jeden Fall. Sie bot auf vielen Tafeln eine anschauliche Geschichte unserer Gegend über einen Zeitraum von rund 700 Jahren.

Viele ausgestellte Dokumente, Schatzregister und Karten sind als Reproduktionen bei Michels und Hanke zu erwerben: Darunter das Celler Schlossregister von 1378 sowie der Teilungsrezess des Schmarloh. Nähere Informationen dazu auch im Kreisarchiv Celle.