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Ahnsbeck Generalprobe für Ballonstarts
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Generalprobe für Ballonstarts
17:30 21.06.2012
Meinhardt G¸nther mit der Nutzlast f¸r den Ballon und einem Wettertransponder. Quelle: Joachim Gries
Ahnsbeck

Bevor am Sonnabend, 7. Juli, zwei Ballons der Celler Amateurfunker mit wissenschaftlichen Experimenten an Bord vom Sportplatz des Schulzentrums Burgstraße in den Himmel über dem Celler Land aufsteigen und bis in die Stratosphäre vordringen, findet morgen eine Generalprobe statt. Um 10 Uhr wird ein kleiner Ballon gestartet, mit dem die Sendeelektronik getestet wird, die zwei Wochen später Daten übertragen soll.

Der Deutsche Wetterdienst startet täglich 30 bis 40 Ballons, die während ihres Fluges Daten sammeln. Die in einem Kunststoffgehäuse verpackte Elektronik ist etwa zigarettenschachtelgroß und leicht, dagegen müssen die Ballons am 7. Juli richtige Pakete in die Luft hieven. Auf 700 bis 800 Gramm schätzt der Ahnsbecker Meinhard Günther vom Ortsverband Celle im Deutschen Amateur-Radio-Club die Nutzlast. Morgen werden etwa 150 Gramm in die Luft gehen. Nach einem Aufstieg in acht bis zehn Kilometer Höhe wird die Last an einem Fallschirm wieder zu Boden sinken.

Zwei Wochen später sind Höhen von rund 30 Kilometern vorgesehen. An Bord des ersten Ballons, der um 10 Uhr startet, ist auch ein Experiment von Pia Lübke vom Christian-Gymnasiums Hermannsburg, die in der Jugend-forscht-AG ihrer Schule mitarbeitet. Sie will Moosproben dem orbitnahen Raum aussetzen und später die Auswirkungen auf die Organismen untersuchen. Zudem macht eine Digitalkamera Fotos, die genaue Position der Sonde kann per Sprachausgabe von Interessierten auf einem 2-Meter-Empfänger auf 144,2 Megahertz (MHz) verfolgt werden.

An Bord des zweiten Ballons, der um 12.30 Uhr startet, ist ein Minilabor von Heidelberger Studenten mit Zellproben, die der kosmischen Strahlung ausgesetzt werden. Auch bei dieser Sonde wird ständig die genaue Position bestimmt, die über einen Datenstrom auf 144,8 MHz abgestrahlt wird. Im Internet lassen sich die Ballonflüge unter www.aprs.fi verfolgen, auf einer Karte wird nach Eingabe der Rufzeichen die Flugroute dargestellt.

Etwa zwei Meter Durchmesser werden die großen Ballons im Juli beim Start haben. Helium sorgt für den Auftrieb. Oben bläht sich die Latex-Hülle wegen des geringen Luftdrucks bis auf zehn Meter auf. Bei Temperaturen von minus 55 bis 60 Grad wird das Material spröde und der Ballon platzt. Dann tritt der Fallschirm in Aktion. Der Landeplatz lässt sich nur ungefähr vorhersagen, nach Günthers Angaben sind zur Bergung vier bis fünf Verfolgungsteams im Einsatz.

Günther hofft, dass Projekte wie die Ballonflüge auch junge Leuten ansprechen, die Interesse an Naturwissenschaften haben.

Von Joachim Gries