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Ahnsbeck Interaktives Wohnen für Ahnsbecker Senioren
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Interaktives Wohnen für Ahnsbecker Senioren
18:12 06.12.2017
Von Audrey-Lynn Struck
In der geplanten Senioren-WG sollen zwölf Wohneinheiten entstehen. Neben einer 24-Stunden-Betreuung sind zusätzliche interaktive Angebote auf dem etwa 3200 Quadratmeter großen Gelände angedacht. Beispielsweise ist ein Museum, das von den Bewohnern betreut werden könnte, im Gespräch. Quelle: Photographee.eu
Ahnsbeck

In den angedachten zwölf Wohneinheiten sollen die Bewohner selbstständig leben und zugleich in den Genuss einer 24-Stunden-Betreuung kommen können. Zusätzlich sind besondere interaktive Angebote im Gedäudekomplex in Planung. "Eine Idee ist ein Museum, das die Bewohner eigenverantwortlich mit Unterstützung der Gemeinde betreuen", erzählt Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser. Dafür böte sich auf dem, nach derzeitigem Stand infrage kommenden, Gelände an der Hauptstraße eine noch aus den 1940er Jahren original vorhandene Schusterwerkstatt an.

Doch die Senioren-WG soll nicht nur eine Alternative zum Altersheim darstellen, sondern auch ein weiteres Problem lösen. "Wir haben zwar bereits ein Altersheim, aber gleichwohl gibt es häufig die Situation, dass ältere Mitbewohner aus Platzgründen nicht aufgenommen werden können", sagt Kaiser. Diese Senioren seien zum Teil "todunglücklich, wenn sie ihr gewohntes Umfeld verlassen und ins Umland müssen".

Momentan strebt der Rat als Standort für die Senioren-WG eine seit längerer Zeit leerstehende kleine Hofstelle an. Auf dem etwa 3.200 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich ein Fachwerk-Wohnhaus, sowie mehrere Wirtschaftsgebäude. "Das Objekt hat eine Geschichte und ist dorfbildprägend. Außerdem können wir durch eine Umnutzung Leerstand verhindern und die Bausubstanz erhalten", so der Bürgermeister. Beides sind Faktoren, die auch die Chancen der Gemeinde auf Fördermittel erhöhen.

Über das Programm "Wohnen und Pflegen im Alter" wäre eine Förderung mit Landesmitteln in Höhe von maximal 100.000 Euro denkbar, weitere 500.000 Euro könnten im Rahmen des Programmes „Integrierte ländliche Entwicklung“ aufgebracht werden. "Wir hoffen das Projekt so gestalten zu können, dass wir von beiden Fördermittel bekommen", sagt Kaiser.

Denn ganz ohne Förderung ist die Senioren-WG kaum tragbar. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf etwa 950.000 bis 1,1 Millionen Euro geschätzt. Den restlichen Finanzierungsanteil hofft der Rat über die Mieteinnahmen zu finanzieren.

Für nächste Woche ist ein erster Erörterungstermin bei der für das ILE-Programm zuständigen Behörde in Verden geplant. "Bei dem Gespräch wird sich im Grunde genommen herausstellen, wie hoch die Chancen für eine Förderung sind. Ich behaupte aber mal: Es sieht gut aus", gibt sich Kaiser zuversichtlich.