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Ahnsbeck Sprengt Gasnetz Ahnsbecks Etat?
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Sprengt Gasnetz Ahnsbecks Etat?
16:13 20.12.2013
Ahnsbeck

“Machen Sie sich keine Sorgen. Wir stellen die Gasversorgung nicht ein”, diese Feststellung traf Ulrich Finke zum Schluss seines Vortrags im Rat der Gemeinde Ahnsbeck, dessen Sitzung von rund 25 Einwohnern verfolgt wurde. Der Geschäftsführer der Celle-Uelzen-Netz (CUN) hatte zuvor erläutert, wie es weitergehen kann, wenn der Konzessionvertrag zwischen seinem Unternehmen und der Gemeinde Ahnsbeck Ende Mai 2014 ausläuft.

“Wir werden uns nicht mehr um die Konzession bemühen”, hatte Finke klargestellt. Das Gasnetz werde aber auch nicht stillgelegt. Durch den Ausbau des Ahnsbecker Nahwärmenetzes hatte der Energieversorger in den vergangenen Monaten Kunden verloren, wenn im kommenden Jahr weitere 40 bis 50 Ahnsbecker Haushalte ihren Anschluss an das Nahwärmenetz bekommen, hält die Abwanderung an. “Die CUN bezweifelt daher den weiterhin wirtschaftlichen Betrieb des Gasnetzes”, hieß es dazu auf einer Folie seiner Präsentation.

Findet die Gemeinde keinen neuen Konzessionsnehmer, regelt Paragraf 10 des laufenden Konzessionsvertrags, wie es nach dem 31. Mai 2014 weitergeht. Danach ist die Gemeinde berechtigt und verpflichtet, die für die Gasverteilung benötigten Anlagen gegen Erstattung der Kosten für den Sachzeitwert zu übernehmen. Bei der Berechnung werden die von den Kunden für den Hausanschluss gezahlten Baukostenzuschüsse berücksichtigt. Da das Gasnetz in Ahnsbeck durchschnittlich 20 Jahre alt und damit noch recht jung sei, seien diese Zuschüsse noch nicht ganz abgeschmolzen. Sie garantieren den Kunden einen ständig intakten Hausanschluss. Den Wert des Netzes zum 26. November bezifferte Finke mit knapp 645.000 Euro. Zum 31. Mai 2014 müsse eine neue Wertermittlung vorgenommen werden.

Rein praktisch würde es so aussehen, dass an der durchgehenden Hauptleitung ein Zähler gesetzt würde. Alles hinter dem Zähler, also die Rohre unter den Straßen sowie die Hausanschlüsse einschließlich der Druckminderer und Zähler in den Gebäuden würde künftig der Kommune gehören.

Die Gemeinde als neuer Eigentümer könne das Gasnetz selber betreiben oder die Betriebsführung ausschreiben und einen Unternehmer suchen. “Gibt es eine Ausschreibung, würde ich ein Angebot abgeben”, sagte Finke und signalisierte damit die Bereitschaft seines Unternehmens, auch künftig in Ahnsbeck tätig zu sein. Er zeigte auf, dass zur Betriebsführung Leistungen wie Wirtschaftsprüfung, Lieferantenwechsel, Mengenbilanzierung oder eine 24-Stunden-Bereitschaft mit 30-minütiger Reaktionszeit bei Zwischenfällen gehören. Dass die Kommune als Betreiber mit diesen Aufgaben rasch überfordert ist, wurde den Zuhörern mehr als deutlicht.

Eine Lösung bis Ende Mai schloss Finke aus. Es ist zeitlich so knapp, dass wir es praktisch nicht schaffen”, sagte er. Wahrscheinlich seien eine Vereinbarung erst Ende kommenden Jahres unter Dach und Fach. “Wir streben eine Lösung an”, stellte der Geschäftsführer klar und Kaiser pflichtete dem bei. Allerdings brachte der Bürgermeister statt des Sachzeitwerts als Vergütung für das Gasnetz den Ertragswert ins Gespräch. Eventuell könne man sich auf einen Mittelwert einigen. Kaiser verwies darauf, dass zu diesem Komplex mehrere Verfahren vor Gericht anhängig seien.

Finke appellierte an die Kommune, im Januar mit dem Energieversorger den Kontakt zu suchen und das Thema zügig anzugehen.

Von Joachim Gries