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Ahnsbeck Wärmegenossenschaft vor dem Start
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Wärmegenossenschaft vor dem Start
15:20 25.02.2010
Ahnsbeck

Rund 130 Ahnsbecker Haushalte wollen ihre Heizenergie vom geplanten Nahwärmenetz beziehen. Diese Zahl nannte Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser in der jüngsten Ratssitzung. Kaiser ist aber optimistisch, dass diese Zahl noch überschritten wird. „Wir haben die Kalkulation sehr konservativ gemacht“, sagte Kaiser.

Ursprünglich sollte die Ahnsbecker Biogasanlage die Wärmeenergie liefern, doch deren Leistung reicht für das Projekt nicht aus. Außerdem hat die Biogasanlage selber im Winter ihren größten Energiebedarf. Deshalb sollen etwa zwei Drittel der benötigten Wärme in einem Heizkraftwerk erzeugt werden, das mit Holzhackschnitzeln betrieben werden soll. Den Standort für das Heizkraftwerk soll die Wärmegenossenschaft festlegen, denn sie wird Bauherr sein – auch für das Nahwärmenetz.

Gegründet werden soll die Genossenschaft in Kürze, ihr Vorstand wird die Geschäftsführung bilden, die dann Verträge mit Kooperationspartnern und Lieferanten abschließt. Auf rund 1,5 Millionen Euro werden sich die Investitionen belaufen, sagte Kaiser. 750000 Euro fließen als Förderung aus EU-Töpfen. Die Verlegung des Leitungsnetzes wird nach Kaisers Angaben 60 bis 70 Prozent der Kosten ausmachen.

Ursprünglich waren die Kosten für den Hausanschluss mit rund 1800 Euro angesetzt worden. Doch dieser Betrag wird nach dem derzeitigen Stand der Gespräche deutlich unterschritten. Die Hausanschlüsse einschließlich eines Wärmetauschers im Gebäude zahlt die Genossenschaft, der Eigentümer muss sich dann nur noch um den Anschluss seines Heizkreislaufes an den Wärmetauscher kümmern. Voraussetzung für Belieferung mit Wärme ist der Beitritt zur Genossenschaft. Hier seien derzeit 300 Euro pro Geschäftsanteil im Gespräch, sagte Kaiser. Er wolle den Entscheidungen der Genossenschaft nicht vorgreifen sagte er und betonte, dass die Gemeinde lediglich die Vorverhandlungen geführt habe.

Nach zehn Jahren soll das Projekt ausfinanziert sein, sodass sich die Kosten minimieren und die Verbraucher mit spürbaren Verringerungen zu rechnen haben. „Mit jedem zusätzlichen Anschluss verbessert sich der Wärmepreis“, mit diesen Worten machte Kaiser den knapp 30 Zuhörern in der Ratssitzung das Projekt schmackhaft. Nach derzeitigem Planungsstand soll das Projekt bis zur nächsten Heizperiode fertiggestellt sein. Die Wärmelieferverträge sollen eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren haben. Versorgt werden sollen nahezu alle Teile Ahnsbecks.

Einstimmig beschloss der Rat der Gemeinde, eine Bürgschaft über 90 Prozent des Kredits von maximal 750000 Euro zu übernehmen. Auch damit vergünstige sich das Projekt, weil die Kreditzinsen geringer ausfielen, sagte Kaiser.

Von Joachim Gries