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Beedenbostel Enzi ist immer mittendrin
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel Enzi ist immer mittendrin
18:10 22.02.2012
Enzi Hund mit Besitzerin Heidi Marquardt und Martha Hˆfert Quelle: Amelie Thiemann
Beedenbostel

Die Schiebetüren des modernen Backsteinhauses öffnen sich und ein Jack Russel Terrier kommt aus dem Empfangszimmer geflitzt. Die aufgleitenden Schiebetüren hat der Hund aufmerksam beobachtet. Fröhlich wedelnd begrüßt Hündin Enzi jeden Besucher und Bewohner des Seniorenheims Marquardt „Unter den Eichen“ in Beedenbostel.

Heidi Marquardt, die Leiterin des Seniorenheims, folgt ihrem Hund. Sie nahm Enzi nach dem Tod eines engen Freundes bei sich auf. „Enzi war ein Geschenk zu seinem 83. Geburtstag. Ich unterstützte meinen Freund damals als Hauswirtschafterin, Enzi war sofort mein Hund“, erinnert sich Marquardt. „Die Kleine wollte einfach nicht von meiner Seite weichen.“ Das war vor elf Jahren. Enzi zog mit ihrer Besitzerin nach Beedenbostel, wo diese seit 1978 ein Seniorenheim betreibt. Auch hier ist Enzi der Schatten ihres Frauchens. Die Tütenohren sind gespitzt, Enzis schwarze Knopfaugen beobachten aufmerksam, was um sie herum passiert. Sie folgt ihrer Besitzerin auf kurzen, flinken Beinchen durch das gesamte Gebäude, besucht Bewohner in ihren Zimmern und sitzt beim Essen am Tisch. Ab und zu bekommt Enzi einen Bissen von den Bewohnern zugeschoben.“Das ist in Ordnung, nur in die Küche darf Enzi nicht“, sagt Marquardt. Ganz automatisch stoppt Enzi an der Küchentür. Trotz des kulinarischen Verwöhnprogramms, das Enzi von den Bewohnern erhält, ist die Hündin schlank und agil.

Nicht nur im Seniorenheim ist Enzi gern gesehen, sie begleitet ihre Besitzerin zu Turnstunden und geht regelmäßig mit in die Kirche. „Da sitzt Enzi immer ganz ruhig neben mir auf der Bank und hört der Orgelmusik zu“, beschreibt sie.

Bisher hat die aktive Hundebesitzerin kaum schlechte Erfahrungen gemacht, wenn Enzi sie begleitete. „Einige guckten anfangs komisch, als der Hund mit in die Kirche kam, aber jetzt hat es sich eingebürgert, dass Enzi immer bei mir ist“, sagt Marquardt. Mittlerweile sei es eher so, dass nach Enzi gefragt werde, wenn sie einmal nicht dabei sei.

Auch bei den Bewohnern kommt der quirlige Hund im Haus gut an. „Enzi ist unser Therapiehund, das Kraulen des Hundes beruhigt viele Bewohner.“ Diese freuen sich über den tierischen Kontakt und sind spürbar ausgeglichener. Manchmal lässt Enzi sich auf einem Rollator durch das Haus fahren – Ein Spaß für Mensch und Tier. Dabei wedelt Enzi mit ihrem kurzen Schwänzchen.

Amelie Thiemann

Von Amelie Thiemann