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Beedenbostel Faszinierende Posaunenklänge in Beedenbostel
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel Faszinierende Posaunenklänge in Beedenbostel
22:26 25.06.2017
Starker Abend: das Posaunenquartett „Opus 4“ bei seinem Auftritt in der Martinskirche. Quelle: Patryk Reinhardt
Beedenbostel

Beedenbostel. Die frühe Posaunenmusik spielten die Musiker in der Martinskirche nicht auf ihren „normalen“ Instrumenten, wie sie sie ständig in Gebrauch haben, sondern auf Barockposaunen in zeitgenössischen Nachbauten. Der eher schlanke Ton dieser Instrumente versprüht einen besonderen Charme, denn es ist diesen Instrumenten weder etwas Schwerfälliges noch etwas Monumentales eigen. Und das Strahlende des Posaunenklangs ist bei diesen Instrumenten nie etwas Triumphales, geschweige denn Effektheischendes. So konnte man die Fanfare aus Claudio Monteverdis Marienvesper hier einmal ganz anders hören, als man das gewohnt ist. Und zwar besonders beeindruckend.

Natürlich waren die sächsischen Musiker bei Werken des lange in Leipzig wirkenden Johann Sebastian Bach ganz besonders in ihrem Element. Die große Choralbearbeitung „Ein feste Burg ist unser Gott“ war zwar nicht immer hundertprozentig rein geblasen, aber das tat dem generell positiven Eindruck dieser Darbietung keinen Abbruch. Ganz besonders faszinierend gelang das dritte Brandenburgische Konzert, das in seinen technischen Ansprüchen wohl das spektakulärste Stück des Abends gewesen sein dürfte.

Aber auch die jazzigen Stücke am offiziellen Schluss des Programms fanden viel Anklang. Und sie wurden auch wirklich so gut gespielt, dass man sich wundern musste über diese vier Musiker, die doch eigentlich klassische Musiker sind.

Außerdem noch bemerkenswert an diesem Abend: Jörg Richter ist ein Moderator, wie man ihn selten erleben kann: charmant und kenntnisreich, nicht immer originell, aber nie aufdringlich oder langweilig. Wenn alle Kammermusiker diese Vermittlungskompetenz hätten, dann würde man gerne öfter etwas über die Stücke erfahren wollen, bevor sie gespielt werden. Zu Bachs abschließendem Choral „Es ist genug“ wurde fast nichts gesagt. Diese Musik sprach so klar für sich, dass sie keiner weiteren Worte bedurfte. Ein starker Abend.

Von Reinald Hanke