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Beedenbostel Kriegswaffen: Angeklagter aus Beedenbostel entlastet
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel Kriegswaffen: Angeklagter aus Beedenbostel entlastet
16:52 02.08.2010
Von Simon Ziegler
Beedenbostel

Günter Busche, Direktor des Amtsgerichtes Celle, sagte der Celleschen Zeitung, dass es sich aus Sicht der beiden Zeugen bei den Gegenständen, die bei dem Beedenbosteler gefunden wurden, um Waffenschrott handele.

Das Amtsgericht Celle geht der Frage nach, ob der 43-jährige Angeklagte Oliver D. die Waffen, Waffenteile und Munition, die bei ihm beschlagnahmt worden waren, besitzen und damit Handel treiben durfte oder nicht. Während die Verteidigung behauptet, dass der Beedenbosteler lediglich Waffen- und Kriegsschrott besessen habe, hatte am ersten Prozesstag ein Sachverständiger argumentiert, dass sich die Kriegswaffen mit einfachen Werkzeugen in einen schussfähigen Zustand bringen ließen. D. hatte die Teile – darunter Handfeuerwaffen, Büchsen, Flinten, Karabiner, Läufe und Rohre von Maschinenpistolen und Maschinengewehren sowie Munition unterschiedlichster Kaliber und Zünder für Minen und Handgranaten – vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Mecklenburg-Vorpommern gekauft.

In der vergangenen Woche stand neben den Aussagen der Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und Stellungnahmen des zuständigen Ermittlungsbeamten die Frage nach dem Internetvertrieb des Beedenbostelers im Mittelpunkt. „Der Angeklagte hat acht Mal Waffen über das Internet verkauft“, sagte Busche. Gegen die Käufer werde ebenfalls ermittelt. Die acht Personen, die aus dem gesamten Bundesgebiet kommen, könnten sich strafbar gemacht haben, weil sie scharfe Waffen gekauft haben könnten, ohne im Besitz einer Waffenbesitzkarte gewesen zu sein, so der Direktor des Amtsgerichtes.

Die Verfahren seien bei unterschiedlichen Staatsanwaltschaften anhängig, hieß es. Alle acht Käufer sollen Anfang September vor dem Celler Amtsgericht aussagen, um Klarheit zu schaffen, ob sich der Beedenbosteler Werkzeugmacher beim Verkauf der Gegenstände strafbar gemacht hat, erklärte Busche die weiteren Verfahrensschritte.

Die Verhandlung wird am 2. und am 8. September jeweils ab 9 Uhr mit der Befragung der Internet-Käufer fortgesetzt. Nach derzeitigem Stand sei mit einem Urteil am 8. September zu rechnen, sagte Busche gegenüber der CZ. Bei einer Verurteilung kann Oliver D. eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr drohen.