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Beedenbostel „Schubert trifft Doppelchor“ in renovierter Beedenbosteler Kirche
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel „Schubert trifft Doppelchor“ in renovierter Beedenbosteler Kirche
20:43 03.11.2010
martinschor beedenbostel und kirchenchor eldingen unter dem motto SCHUBERT TRIFFT DOPPELCHOR Quelle: Peter Müller
Beedenbostel

Das Programm begann mit doppelchörigen Stücken, bei denen der Beedenbosteler Chor im Altarraum positioniert war, der Chor aus Eldingen gegenüber auf der Empore. Chorleiterin Claudia Ott stand dazwischen mitten unter den Zuhörern und dirigierte mit großer Geste und Emotion die beiden Chöre. Sie wagte viel und gewann fast alles. Ihre Ausgrabung einer Motette des Bach-Onkels Johann Michael Bach wurde zu einer faszinierenden Begegnung mit nie vorher gehörter, hervorragend dargebotener Musik. Dass es dabei zu einem Schmiss kam, hatte sogar etwas Positives: So konnte man den Anfang dieses äußerst hörenswerten Stückes wenigstens noch ein zweites Mal hören.

Nach den anspruchsvoll polyphonen, doppelchörigen Stücken aus Renaissance und Frühbarock folgte die so ganz andere volksliedhafte „Deutsche Messe“ von Franz Schubert, ein Werk, das man in Ausschnitten immer wieder erleben kann als ein als zwischen

Pathos und Sentimentalität schwankendes Musikstück, das weit unter dem normalen kompositorischen Niveau Schuberts zu liegen scheint. Der nun die beiden Chöre leitende Friedrich Ehlers bewies, dass dieses Stück keineswegs ein solcher Kitsch ist zu dem es oft gemacht wird. Ehlers dirigierte die beiden Chöre aus Eldingen und Beedenbostel eher sachlich. Sein kleiner Posaunenchor begleitete, Alexandra von der Wense sekundierte an der Orgel. Aber, das muss man denn aber auch feststellen, die Wiedergabe blieb insgesamt eher pauschal. Dirigent Friedrich Ehlers beschränkte sich darauf, den Chor gut durch die Klippen der Partitur zu führen. Da musste man sich schon die Frage stellen, warum er verschiedene Strophen eines Messteiles mit immer wieder neuem Text musikalisch einfach nur wiederholen lässt, ohne sich in der musikalischen Gestaltung auf den Text einzulassen. Anders machte es Claudia Ott, die das zumeist weggelassene Stück aus dem Anhang zu dieser Messe so spannend und so genau auf die textliche Vorgabe eingehend gestaltete, dass man atemlos zuhörte. Und dann über den wenig überzeugenden Schluss doch auch etwas irritiert war. Trotz dieser Einwände: Ein sehr gelungenes Konzert.

Von Reinald Hanke