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Eldingen 61-Jähriger hat bei Feuer in Metzingen alles verloren
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen 61-Jähriger hat bei Feuer in Metzingen alles verloren
18:40 24.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Michael Schäfer
Metzingen

Gerade hat der 61-jährige Schreinert den Ofen in seiner kleinen Wohnung in Metzingen angezündet und steht nun im Bad, um sich zu rasieren, da geht es los. „Plötzlich fingen meine Katzen an zu schreien“, sagt Schreinert. Ihm ist sofort klar, dass da etwas nicht stimmt. Als er den Vorhang, den Küche und Wohnzimmer voneinander trennt, beiseite zieht, „fegt es mich hinweg“.

„Wie ein Flammenwerfer kam mir die Feuerwand entgegen“, erinnert sich Schreinert. Er tritt die Tür zum Hof auf, hält das erste vorbeikommende Auto auf der Straße an und alarmiert die Feuerwehr, die „ dankenswerterweise schnell zur Stelle ist“. Dann macht er auf dem Absatz kehrt, läuft zu seinem Haus und krabbelt auf allen vieren zurück in die Feuerhölle – seine zehn Katzen „sind noch da drin“. Zweimal geht er noch hinein, dann ist auch für ihn die Hitze nicht mehr auszuhalten. Drei seiner Katzen kommen in den Flammen um.

Nicht nur der Tod der Katzen, sondern auch der Verlust seiner Wohnung sowie das Wegfallen seines Nebenjobs lasten schwer auf Schreinert. Der Metzinger wohnte fast 18 Jahre zur Miete in dem alten Bauernhaus. Im gegenüberliegenden Verein „Wir für Straßentiere“, die unter anderem ein rumänisches Tierheim unterstützen, konnte er sich ein bisschen Geld dazu verdienen, um sich den Unterhalt so vieler Katzen leisten zu können. „Er hat immer gesagt: erst einmal meine Mietzis. Wenn dann noch Geld übrig geblieben ist, hat er sich selbst etwas gekauft“, sagt Tierverein-Leiterin Margarete Gröppler.

Die 62-Jährige war an dem Unglückstag zu Hause und wurde auf den Brand aufmerksam, als ihre Hunde Alarm schlugen. Sie rief einer Mitarbeiterin noch zu: „Bei Armin brennt‘s“, dann lief sie schon zu ihrem Nachbarn, um zu helfen. „Für mich war das eine Selbstverständlichkeit. Außerdem wusste ich ja, dass er Katzen hat. Die konnte ich nicht verbrennen lassen“, sagt Gröppler. Es war ein Schock, „alles in Schutt und Asche“ zu sehen.

Ob Kleidung, Möbel, Computer oder Motorroller – alles hat Schreinert in den Flammen verloren. „Als er in das Krankenhaus kam, hatte er nichts außer den Kleidern am Leib und einen Schuh am Fuß“, schildert Gröppler. Seit ihrem Spendenaufruf bei Facebook sind bereits einige Kleidungsstücke eingegangen. Außerdem bekam er als Ersthilfe einen C&A-Gutschein von der CZ-Aktion „Mitmenschen in Not“, um sich neu einzukleiden.

Auch der Schicksalsschlag des Hauseigentümers ging der Tierverein-Leiterin nahe. „Als er den Brand gesehen hat, musste er weinen“, schildert sie. Dem Rentner habe immer sehr viel an seinem Elternhaus gelegen. „Da hängen viele Erinnerungen dran“, ist sich Gröppler sicher.

Die Ursache des Feuers ist noch unklar, sagte Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Gestern waren ein Brandermittler der Polizei und ein Sachverständiger vor Ort in Metzingen.

Schreinert, der noch am selben Tag wegen seiner Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde, ist mittlerweile wieder entlassen worden und wohnt bei einem Freund. Auf Dauer ist das aber keine Option. „Meine Freunde, meine Chefin Frau Gröppler und ich suchen gerade alle nach einer Wohnung“, erzählt Schreinert. Ideal wäre etwas in der Nähe, sodass er weiterhin im Tierheim arbeiten kann. Zwei Zimmer würden ihm reichen. „Und ich muss meine Katzen mitnehmen können, die kommen nicht weg. Sonst ziehe ich lieber in den Wald.“

Sie möchten helfen?

Wohnungsvorschläge oder weitere Spenden an Margarete Gröppler unter Email info@wirfuerstrassentiere.de