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Eldingen Eldinger Gemeindebücherei ist "Paradies zum Stöbern"
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16:55 08.04.2016
Eldingen

„Ich bin mit der Bücherei groß geworden“, erzählt Ute Lahme. Sie besuchte die Grundschule in Eldingen und erinnert sich gerne an eine Tradition zurück: „Es wurde immer vorgelesen.“ Bis heute lauschen die Schüler regelmäßig Geschichten: Am ersten Montag im Monat besucht der Bargfelder Antiquar Hermann Wiedenroth die Schule und liest den Kindern vor. Lesestoff ist dank der Bücherei stets nah.

Gemeinsam mit ihrem Mann übernimmt Kirsten Kuhn zu Hause das Vorlesen für ihre Töchter. Hanna und Masha stöbern mindestens einmal in der Woche durch die Kinderbuchregale. „Wir verschleißen viel“, sagt Kuhn über die Mengen, die in der Familie gelesen werden. Jeden Abend kuscheln sich Kinder und Eltern ins Bett, und Mama und Papa lesen vor.

Kuhn kommt hauptsächlich im Urlaub dazu, ein selbst gewähltes Buch zu lesen. Dann greift sie zu Krimis. „Ich mag es, wenn‘s schön spannend ist“, sagt die 36-Jährige. Diese Leidenschaft teilt sie mit Ute Lahme. Die 51-Jährige bevorzugt Krimis voller Spannung, die Geschichten von Nele Neuhaus gefallen ihr. „Ich brauche einfach ein Buch zum Lesen“, sagt sie. Die Bücherei ist für sie fast so etwas wie eine Notwendigkeit, denn: „Ich lese eine Menge, wenn ich das alles kaufen würde...“

Außerdem kommt Lahme gerne in die Bücherei in der Grundschule. Kuhn geht es genauso: „Die Atmosphäre hier, es riecht einfach nach Büchern.“ Ihre Töchter fühlen sich ebenfalls wohl und toben zwischen den Regalen umher. Die achtjährige Hanna liest auch eigenständig und sucht sich selbst hin und wieder ein Buch aus, ansonsten hilft Mama bei der Auswahl. Pferdegeschichten und die Reihe „Wir Kinder aus dem Möwenweg“ gefallen der Grundschülerin besonders gut. „Hanna ist genau wie ich, sie inhaliert das“, erzählt Kirsten Kuhn mit Stolz.

Beide Frauen lassen sich regelmäßig von Leiterin Eila Brendel-Müller beraten. Die 60-Jährige leitet die Eldinger Bücherei seit 2001 und kennt den Geschmack der Nutzer. Wünsche können die Leser ebenfalls äußern. „Ich überlege dann, welches Buch sich für welches Publikum lohnt“, erläutert Brendel-Müller. „Es ist immer noch ein Dorf, da kann man gut darauf reagieren, was die Leute mögen.“

Der Ehrenamtlichen ist es wichtig, das Angebot stets auf dem neuesten Stand zu halten: „Ich versuche, aktuell zu sein und den Geschmack der Leser zu treffen.“ Gerade die ältere Generation interessiere sich für Ostpreußen-Romane, das beachtet Brendel-Müller: „Die freuen sich, wenn da etwas Neues dabei ist.“

Die Leiterin führt immer eine Liste über die Bücher, die sie kaufen möchte. „Die Gemeinde unterstützt die Bücherei sehr“, freut sie sich. Außerdem steuert die Arno-Schmidt-Stiftung Geld für Buchkäufe bei, im vergangenen Jahr spendierte die Stiftung zusätzlich neue Möbel.

Die Unterbringung der Bücherei in der Schule sei „für beide Seiten gut“, sagt Brendel-Müller. Die Räume werden oft als Treffpunkt genutzt, während der Schulzeit übernimmt eine Lehrkraft die Ausleihe, sodass die Grundschüler ihren Lesebedarf decken können. „Wenn die Kinder reinkommen, ist das für sie ein Paradies zum Stöbern“, fasst Brendel-Müller zusammen. „Man lernt tausend verschiedene Welten kennen.“

Gerd-Wilhelm-Rotermund-Gemeindebücherei

Die Gerd-Wilhelm-Rotermund-Gemeindebücherei ist in der Grundschule in Eldingen untergebracht. Vor Ort stehen für Besucher Bücher und CDs bereit. Insgesamt sind rund 8500 Medien verfügbar. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen die Vorlesestunden durch Antiquar Hermann Wiedenroth. Ein jährlicher Nutzungsbeitrag wird nicht verlangt, die Ausleihe ist kostenlos. Es fallen jedoch Säumnisgebühren an, sollte ein Medium nicht fristgerecht zurückgebracht werden. Die Bücherei hat dienstags und freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet, auch in den Schulferien.

Von Amelie Thiemann