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Eldingen Familie Kükemück ist in der Feuerwehr Eldingen aktiv
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Familie Kükemück ist in der Feuerwehr Eldingen aktiv
10:27 29.05.2015
Drei Generationen sind in der Eldinger Feuerwehr: Ortsbrandmeister Frank Kükemück (zweiter von links), Ehefrau Dunja, die Kinder Lukas und Lilly sowie Hartmut Kükemück, der inzwischen der Altersabteilung angehört. Quelle: Alex Sorokin
Eldingen

Heute kann jeder zur Feuerwehr“, sagt Hartmut Kükemück. Früher war das anders: „Als ich 1969 in die Feuerwehr eintreten wollte, musste man sich bewerben und warten, bis eine Uniformjacke frei wurde“, erinnert er sich. „Damals gab es noch blau eingefärbte Wehrmachtsjacken.“ Sechs Monate lang sei man früher Anwärter gewesen, dann galt es, eine Prüfung abzulegen und man wurde regulär in die Wehr aufgenommen. Schon bei Hartmut Kükemück, der heute in der Altersabteilung ist, gab es eine familiäre Vorbelastung: „Mein Onkel war Ortsbrandmeister in Metzingen“, erzählt er.

Das Interesse an der Feuerwehr hat er an seinen Sohn Frank Kükemück weitergeben. 1989 trat er in die Wehr ein und ist seit 1999 Ortsbrandmeister. Keine Frage, dass Ehefrau Dunja irgendwann eintreten würde. 1998 war es soweit: „Wir waren fünf Frauen und hatten die spontane Idee, zur Feuerwehr zu gehen“, sagt sie. Alle Frauen sind bis heute dabei geblieben und treffen sich in ihrer Freizeit nicht nur, wenn es um die Feuerwehr geht. Weil Feuerwehr an Kükemücks Küchentisch häufig ein Thema war, begeisterten sich auch die Kinder Lukas (14) und Lilly (12) dafür. Lukas trat 2011 in die Jugendfeuerwehr ein, seine Schwester Lilly anderthalb Jahre später. Vater Frank Kükemück bekam für seinen Sohn sogar eine Patenurkunde seiner Feuerwehrkameraden. „Schon als Kind war Lukas begeistert von der Feuerwehr. Er ist mit einer gelben Signalweste herumgelaufen und hat Einsätze nachgespielt. Feuerwehrautos waren sein liebstes Spielzeug“, erzählt Dunja Kükemück.

Lukas und Lilly üben zusammen mit zwölf Kindern der Jugendfeuerwehr Eldingen den dreiteiligen Löschangriff und die dazugehörenden Befehle. Sie bereiten sich auf den Kreiswettkampf vor. Die Prüfung für die Jugendflamme zwei haben beide Kinder im Visier. Für Lukas ist jetzt schon klar, dass er mit 16 in die Feuerwehr eintritt. Er hat sogar das Fußballspielen für die Jugendfeuerwehr aufgegeben, weil sich nicht beides miteinander vereinbaren ließ. Seine Schwester Lilly begeistert sich ebenfalls für Feuerwehrtechnik. Für sie ist es nichts Besonderes, dass sie als Mädchen in der Jugendwehr ist: „Viele meiner Klassenkameradinnen sind auch dabei“, erzählt sie. Neben der Feuerwehr hat sie allerdings noch ein Hobby, das ihr wichtig ist: Sie reitet.

Wenn Alarm ausgelöst wird, ist es für Frank und Dunja Kükemück ernst. Sie sind dabei, wenn eine Ölspur abgestreut, ein Brand gelöscht oder bei einem Verkehrsunfall geholfen werden muss. „Ob Mann oder Frau, bei einem Einsatz sind prinzipiell alle gleich“, sagt Dunja Kükemück. „Im Ernstfall überlegt man nicht, sondern weiß spontan, was zu machen ist. Und bei einem schweren Unfall muss nicht jeder ganz dicht ran. Auch die Verkehrssicherung ist wichtig“, sagt sie. Die kurze Distanz zwischen Ortsbrandmeister und Feuerwehrfrau haben Vorteile, denn wenn die Wehr zum Einsatz gerufen wird, weiß Dunja Kükemück, was zu tun ist. Sie fährt schon einmal zum Feuerwehrhaus und bereitet das Ausrücken vor. Manchmal gibt es auch kuriose Einsätze: Die Feuerwehr musste einen entflogenen Papageien einfangen oder einem Ehepaar helfen, das beim Aufbau eines Kleiderschrankes in eine missliche Lage geraten war.

Nach Jahrzehnten im aktiven Dienst musste Hartmut Kükemück in die Altersabteilung wechseln. Altpapier sammeln, Hydratendienst und die Begleitung des Laternenumzugs gehören zu den Aufgaben der zehn Kameraden. Einmal im Monat treffen sich die Herren zum Dienst. Dabei geht es vergnüglich zu, denn jeder, der Geburtstag hat, spendiert ein Essen. Danach werden die Stimmbänder geölt und dann wird das Feuerwehrlied gesungen: „Nun ade du mein lieb Feuerwehr“ heißt der Text. Soweit ist es beim Rest der Familie noch lange nicht. Ortsbrandmeister Frank Kükemück und seine Feuerwehrfrau Dunja werden noch bei zu vielen Einsätzen ausrücken, und die Kinder bereiten sich auf die „richtige“ Feuerwehr vor. Ein gemeinsames Hobby hat die Familie aber außerdem: Sie kümmern sich gemeinsam um den fünfjährigen Labrador Clay, der seit einiger Zeit zur Familie gehört.

Karin Dröse

Von Karin Droese