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Eldingen Fotos werden zu narrativen Stimmungsbildern
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Fotos werden zu narrativen Stimmungsbildern
21:36 02.05.2014
Rund 2200 Fotografien von Arno Schmidt sind auf Bilderzäunen vor seinem Haus zu sehen. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Bargfeld

Es sind Bilder, wie sie sich – hinsichtlich der gewählten Motive – vermutlich in ungezählten Familien- und Urlaubsalben als Erinnerungsfotos finden. Fotos von seiner Frau, vom Haus, vom Grundstück, von der umgebenden und erlebten Natur. Doch Schmidt war nicht einfach nur ein „Knipser“, wie er selbst es nannte. Im Gegenteil: Sein fotografisches Œuvre wurde sogar von Fachleuten wie dem Berliner Fotogaleristen Janos Frecot als „moderne Landschaftsfotografie von sehr hoher Qualität“ eingestuft. Es seien „Aufnahmen, in denen der im klassischen Sinne dilettierende Fotograf sich an seinen Möglichkeiten erfreut und sein Können ausreizt“, wird Frecot diesbezüglich zitiert. Auch der Vorsitzende der Arno-Schmidt-Stiftung, Jan Philipp Reemtsma, erkennt in den Fotos, die ausnahmslos in quadratischem Format angefertigt wurden, Schmidts „steigende Fähigkeit, mit dem Medium umzugehen“. „Er hat einfach gute Bilder gemacht“, konstatiert Frecot. „Er hatte ein Vermögen im Optischen, was man vielleicht bei einem musikalischen Menschen mit dem absoluten Gehör in Verbindung bringen oder gleichsetzen könnte.“

Wenn man vor den Bilderzäunen steht und seine Augen über Schmidts Fotos wandern lässt, hat man das Gefühl, ihn im Nachhinein quasi auf seinen Spaziergängen zu begleiten. Spaziergänge, wo Schmidt und seine Frau immer wieder auf „alte Bekannte“ trafen, wie Reemtsma sagt, „den Hagebuttenstrauch, die Birkengruppe, den kleinen Bach, manchmal eine Blume in der kurzen Zeit zwischen er- und verblühen“. In der Tat. Es ist nicht wirklich viel Fremdes in den Fotos. Aber man beginnt, die Landschaft und das bescheidene Leben darin mit Schmidts Augen zu sehen. Und die Fotos werden zunehmend zu narrativen Stimmungsbildern.

Die Ausstellung in Bargfeld, Unter den Eichen 4, ist bis zum 12. Oktober dienstags bis sonntags jeweils von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Info: Telefon (05148) 92040.

Von Rolf-Dieter Diehl