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Eldingen Friedhof Eldingen: Von Privatfriedhöfen und Adelsgräbern
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Friedhof Eldingen: Von Privatfriedhöfen und Adelsgräbern
16:21 28.05.2015
    Erbbegräbnis Eldingen der Familien von Caron und von der Wense Quelle: Martina Hancke
Eldingen

„Kein Erbbegräbnis mich stolz erfreut / Meine Gräber liegen weit zerstreut.“ So beginnt Theodor Fontanes Gedicht „Meine Gräber“. Den Begriff Erbbegräbnis gibt es noch heute. Es handelt sich dabei um Grabanlagen einer Familie oder eines Geschlechts, sozusagen kleine Familienfriedhöfe, die in der Nähe eines Gutes oder Schlosses liegen.

In Eldingen bzw. Bargfeld gibt es gleich zwei davon, auf denen die Mitglieder der Familien von Caron, von der Wense und von Wrangel bestattet liegen, erstere als einstige Besitzer von Schloss Eldingen. „Auf dem Eldinger Friedhof wurden noch Thusnelde und Adolf von der Wense 1906 bzw. 1907 beerdigt. Danach fanden die Bestattungen auf dem Familienfriedhof in Bargfeld statt“, weiß Margret Fuhlrott.

Die Vorsitzende des Kirchvorstands der Marienkirche kennt sich als Betreuerin für Friedhofsangelegenheiten mit den Geschichten der Friedhöfe aus. So wurde beispielsweise das große steinerne Kreuz auf der Gruft der von der Wenses um 90 Grad versetzt, als es nicht mehr standsicher war. Es steht jetzt mit der Rückseite zu den Rasengräbern hin. Dafür wurde extra ein Spruch eingearbeitet: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, Hiob 19,25.

Der kirchliche Friedhof Eldingen sorgt sich um das Problem aller Friedhöfe. Die Bestattungen sind rückläufig. „Wir hatten in diesem Jahr bisher zwei Beerdigungen“, sagt Margret Fuhlrott. Von 485 Grabstellen sind 282 belegt. Zahlreiche der sauber mit Thujahecken eingefassten vierstelligen Familienstätten stehen leer.

Jetzt wird geplant, eine Bestattung unter Bäumen einzuführen. Doch viele kirchliche Friedhöfe strukturieren zurzeit um. Eine Genehmigung nach der neuen Gesamtkalkulation wird erst 2017 erwartet.

Die Rasengräber, die es seit 2008 gibt, sind hingegen gut belegt. Auch für Sternenkinder ist auf dem Eldinger Friedhof ein Platz vorgesehen. Neben der mächtigen Fichte, die zur Mittelstraße hin aufragt, ist vor allem die Lindenallee ein Schmuckstück.

Auf „ihrem“ Friedhof befinden sich auch die Familiengräber von Margret Fuhlrott und ihres Mannes. Einen Grabstein haben die Fuhlrotts bereits vor Jahren „heim“ geholt. Er steht heute in ihrem weitläufigen Garten. „Als die Grabstätte der Urgroßmutter meines Mannes abgelaufen war, sollte der Stein weg. Aber wir fanden ihn zu schön“, erzählt die 62-Jährige. Er steht in guter Gesellschaft: Die Großeltern ihres Mannes ließen nach dem Krieg einen Gedenkstein für ihren gefallenen Sohn aufstellen: „Dem letzten Hoferben Heinrich Bangemann zum Gedenken 29.3.1916, gef. 23.10.1944“.

Von Martina Hancke