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Eldingen „Kreuzberger Künstlerin“ in Eldinger Schule
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen „Kreuzberger Künstlerin“ in Eldinger Schule
13:01 21.08.2017
Malerei, Radierungen und Teppich-Wirkarbeiten werden in einer Ausstellung in Eldingen gezeigt. Quelle: Patryk Reinhardt
Eldingen

Im letzten Jahr verstarb sie 85-jährig in ihrer Geburtsstadt Berlin. Zurück blieb ein umfangreicher Nachlass, den ihre Tochter Stephanie Hantzko in den Räumen der alten Eldinger Schule präsentiert. „Ich habe eingeladen, das Lebenswerk meiner Mutter vorzustellen“, empfing sie am Samstag die zur Vernissage erschienenen Besucher in ihrem Atelier.

Schröter widmete sich zunächst der Malerei, lernte bei ihrem berühmten Bruder Jimmy Weitemeier und später bei Georg Kopke. Eine Auswahl ihrer Bilder in Pastell und Öl, Radierungen und Collagen ist zu sehen. Gedeckte Farben, Bäume in allen Variationen, menschenleere Weite – Hiltrud Schröter schien bereits während ihres Großstadtlebens Sehnsucht nach Natur und Landschaft gehabt zu haben. In den 70er Jahren fuhr sie oft mit ihrem Mann Erwin in die Lüneburger Heide, die Gegend gefiel ihr, das Ehepaar legte sich ein Ferienhaus in Lüsche zu, übersiedelte nach einigen Jahren in das kleine Dorf.

„Dann werde ich Bilder weben“, hatte sie schon als junge Ehefrau und Mutter für ihre Zukunft prognostiziert. Spinnen und Weben hatten sie von jeher fasziniert, eine Ausbildung zur Webmeisterin absolvierte sie aber erst, als die Töchter alt genug waren. Mehr Wandbehänge als Bilder füllen denn auch die Wände der malerischen alten Schule. Bei den Motiven und der Farbgebung blieb sich die Künstlerin, die lange Jahre als Dozentin für Webkunst in Gifhorn arbeitete und laut Tochter Stephanie „stets ein Projekt am Laufen hatte“, treu. Ein unfertiges Exponat, das Schröter nach dem Tod ihres Mannes begonnen hatte, beeindruckt besonders. Die Malerin und Filzkünstlerin Stephanie Hantzko hat ihm den Titel gegeben: „Mamas letzte unvollendete Arbeit. Die Überwindung des Leids.“

Von Christina Matthies