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Eldingen Metzingen blüht dank Naturprojekt auf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Metzingen blüht dank Naturprojekt auf
19:06 27.03.2017
Auf den Wegrainen neben den landwirtschaftlichen Feldern könnten bei richtiger Pflege einige Raritäten blühen. Sabine Aboling will das rund um Metzingen ausprobieren. Bei ihrem Projekt "Halt mal" kommen auch Ziegenböcke zum Einsatz. Quelle: Sabine Aboling
Metzingen

"Ich möchte auf günstige Art und Weise die Feldflur schöner machen und das, was ohnehin schon da ist, zum Vorschein bringen", erläuterte Aboling am Donnerstag ihren Plan in der Eldinger Gemeinderatssitzung. Häufig verhindere die Grasnarbe, dass natürliche, schon in der Erde vorhandene Samen sprießen könnten. Um das Wachstum dieser Ackerpflanzen zu fördern, plant Aboling, die Grasnarbe auf den ein bis drei Meter breiten Wegrainen gezielt mit Fräse und Striegel aufzureißen. Andere Abschnitte sollen wiederum zu bestimmten Zeiten gemäht werden. Unterstützung erhält die Projektleiterin von zwei Metzinger Landwirten.

Aboling kennt die Gegend und weiß, welche Raritäten durch die geplante Pflege zutage gefördert werden könnten. "Der Hain-Wachtelweizen und die Heide-Nelke sind von Gehölzen und Brennnesseln bedroht, da muss gemäht werden", sagt sie. Die Saat-Wucherblume und die Ackerröte sollen hingegen durch aufgerissene Grasnarben zum Vorschein kommen. "Die ersticken da gerade."

Darüber hinaus plant die Expertin eine "unkonventionelle Charmeoffensive" für Schulklassen. "Zusammen mit Ziegenböcken wollen wir die Raine erkunden", kündigt Aboling an. Was für die Schüler auf den ersten Blick grün und langweilig aussieht, ist für die Tiere teilweise ein gefundenes Fressen. Die "Feinschmecker" mögen gewisse Ackerkräuter gerne, während sie andere verschmähen. Die Schüler entdecken, warum das so ist. Auch Erwachsene, die sich sonst nicht für die Natur interessieren, sollen begeistert werden.

Die Eldinger Ratsmitglieder waren von dem zunächst auf ein Jahr angesetzten Projekt überzeugt. "Die Landwirtschaft wird immer eintöniger, deshalb finde ich die Idee nett", sagte Hans-Werner Meyer. Außerdem entstehe für die Gemeinde kein Schaden. Die Ratsmitglieder gestatteten Aboling einstimmig, die Wegraine um Metzingen für ihr Projekt zu nutzen.

Von Amelie Thiemann