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Eldingen Von Ufos, Katzen und alten Sagen in Grebshorn
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Von Ufos, Katzen und alten Sagen in Grebshorn
09:55 12.07.2018
Quelle: David Borghoff
Grebshorn

Während das Ufo über die Felder fliegt, nähert sich eine neugierige, weiß-braune Katze, als ich aus dem Auto steige. Sie schnurrt und schmiegt sich an mein Bein, bevor sie sich wieder auf den idyllischen Hof zurückzieht, auf dem sie lebt.

„Das ist Milla“, erzählt Claudia Tostmann. Die 44-Jährige ist in Grebshorn aufgewachsen und wohnt nun zusammen mit Katze Milla und ihren beiden Islandpferden Litur und Salka Walka zur Miete auf einem großen Hof. „Milla ist irgendwann einfach mal im Stall aufgetaucht“, beschreibt sie ihre erste Begegnung mit der Katze. „Ich dachte, sie gehört jemanden.“ Doch auch nach längerer Suche ließ sich kein Besitzer ausmachen. „Da habe ich sie quasi adoptiert“, sagt Tostmann.

Die Tierliebe wurde Claudia Tostmann wohl schon in die Wiege gelegt. Denn direkt neben dem Hof, auf dem sie lebt, befindet sich der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Tostmann. Dort kümmert sich Viehbauer Cord Tostmann um seine 100 Milchkühe.

Die Tostmanns siedelten sich in den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Grebshorn an. „Meine Großmutter kam aus dem Harz und mein Großvater aus der Ecke Peine“, sagt Cord Tostmann. Als sich die Familie in dem Ort niederließ, gehörte dieser noch zum Kreis Gifhorn. „Da hatten wir damals noch keinen Strom hier“, erinnert sich Gertrud Tostmann. Die 91-Jährige ist ein echtes Grebshorner Urgestein. „Wir mussten damals aktiv werden, damit wir hier auch Strom bekommen.“ Vor allem der damalige Bürgermeister Christoph Müller habe sich dafür stark gemacht, sagt sie. Im Jahr 1933 erklärte sich der Kreis Celle bereit, die Grebshorner ans Netz anzuschließen, vorausgesetzt die Ortschaft würde dann auch zu Celle gehören.

Noch heute spürt man die Nähe zu Gifhorn. Vor allem, da häufig Autos mit einem Gifhorner Kennzeichen durch den Ort fahren. Aber auch darüber hinaus erinnert so manches in Grebshorn an vergangene Zeiten. Unter anderem der Hof der Familie Buhr. Er ist einer der ältesten landwirtschaftlichen Betriebe in Grebshorn.

„Es gab noch einen älteren, aber der wurde aufgespalten“, sagt Landwirt Carsten Buhr. Zusammen mit seiner Frau Dorothea führt er die Geschichte des Hofes weiter. Seine Frau hält dies in der Familien-Chronik fest, die seit dem Jahr 1668 geführt wird.

In Grebshorn wird Tradition groß geschrieben. Das merkt man auch an der plattdeutschen Mundart, die in dem Ort von vielen gesprochen oder zumindest verstanden wird. „Mein Vater hat da großen Wert drauf gelegt“, sagt Gertrud Tostmann.

Daran erinnert auch der Spruch „Jasper slütt den Schmalloh tau“ oder auf Hochdeutsch "Jasper macht den Schmarloh zu". Eine Anspielung darauf, dass man nur schwer wieder aus dem Gebiet Schmarloh nahe Grebshorn herausfindet. Der Spruch erinnert übrigens auch an die Sage vom Jasper, die in Grebshorn nahezu jeder kennt. Demnach soll ein Mann namens Jasper einmal einen Kaufmann erschlagen haben. Aus Angst, dass dessen Leiche entdeckt wird, habe er sie immer wieder an anderen Orten versteckt. Die Schubkarre, die er dabei nutzte, machte ein quietschendes Geräusch, das an Kiebitze erinnern soll. Wenn heute in Grebshorn ein Kiebitz zu hören ist, erinnern sich manche Anwohner noch immer an die alte Geschichte.