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Eldingen Votum der Anlieger bleibt unbeachtet
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Votum der Anlieger bleibt unbeachtet
17:03 07.03.2012
Annelies und Wolfgang Wenzel sind mit der beschlossenen Lˆsung nicht zufrieden. Quelle: Joachim Gries
Eldingen

„Das ist kein Stil. So kann man nicht mit Leuten umgehen, die die Zeche zahlen sollen“, sagt Wolfgang Wenzel. Der Anwohner der Schulstraße in Eldingen ist wie seine Frau Annelies unzufrieden, dass Wünsche der Anlieger zum Ausbau ihrer Straße vom Rat der Gemeinde nicht berücksichtigt wurden. Vergangene Woche beschloss der Rat die teuerste Lösung.

Am 20. Februar waren in einer Anliegerversammlung drei Ausbauvarianten für die Schulstraße vorgestellt worden. Variante 1 sah nur eine Verkehrsfläche mit Grünstreifen an beiden Seiten vor, Variante 2 neben der Fahrbahn auf der Nordseite zwischen Bahnhofstraße und Schule einen Gehweg, Variante 3 einen abgesetzten Gehweg auf gesamter Länge. Die Quadratmeterpreise wurden den Anliegern genannt: Sie bewegten sich zwischen 3,10 und 3,90 Euro. Polizei und Lehrerschaft hätten mit Variante 1 keine Probleme, hieß es in der Versammlung. Gemeindedirektor Jörg Warncke erläuterte, dass verkehrsberuhigte Zonen ohne Gehweg in Städten bestens funktionierten. Die Anlieger erbaten Bedenkzeit.

Eine Woche später teilten sie bei einem neuen Treffen Ratsmitglied Rüdiger Hentschel ihr Votum mit: Die meisten wünschten sich Variante 1 ohne Gehweg. In der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag stimmten dann aber acht Ratsmitglieder für Variante 3 mit durchgehenden Gehweg. „Ältere Leute und die Schüler waren der Grund, uns für den Gehweg zu entscheiden“, sagt Bürgermeister Joachim Lübbe.

Wolfgang Wenzel will dieses Argumente nicht gelten lassen. Der Drosselweg, der ebenfalls ausgebaut werden soll, erhält keinen Gehweg, weil er dafür zu schmal ist. Aber auch er wird von Schülern genutzt. Zudem gäbe es im Ort weitere Straßen ohne Gehweg.

Dass neben Schulbussen künftig auch die Linienbusse der CeBus in der Schulstraße halten sollen und die Haltestelle an der Dorfstraße entfällt, versteht Wenzel ebenfalls nicht. Erklären kann das Jörg Tostmann vom Bauamt der Samtgemeinde Lachendorf. Nur für die Schulbus-Haltestelle wären keine Fördergelder aus Regionalisierungsmitteln geflossen. So werden rund 113.000 Euro Zuschuss erwartet.

Variante 1 hätte für die Schulstraße als verkehrsberuhigten Bereich Schrittgeschwindigkeit bedeutet. Bei der beschlossenen Variante bleibt es bei Tempo 30. Wenzels Beobachtung: Da hält sich sowieso keiner dran.

Von Joachim Gries