Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eldingen Windkraftanlagen reichen Lachendorf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Windkraftanlagen reichen Lachendorf
17:40 06.06.2012
Bargfeld

Vorerst wird die Samtgemeinde Lachendorf keine weitere Vorrangflächen für Windkraftanlagen in ihrem Flächennutzungsplan (F-Plan) ausweisen. Das ergaben die Beratungen des Rates der Samtgemeinde am Dienstagabend in Bargfeld. Beantragt hatten die FDP-Ratsmitglieder Charles M. Sievers und Otto Scholz einen Beschluss über die Einleitung eines Änderungsverfahrens zum Flächennutzungsplan, doch Sievers präzisierte, er wolle keine Entscheidung, sondern nur eine Beratung.

Es gebe Begehrlichkeiten, weitere Anlagen in der Samtgemeinde zu errichten, es gebe zudem das neue Konzept der Bundesregierung über regenerative Energien. „Wir sehen die Gefahren, wir sehen aber auch die Notwendigkeit“, sagte Sievers. Er wünsche sich eine offene sachorientierte Diskussion über die Aufstellung weiterer Anlagen.

„Für mich gibt es keine neuen Erkenntnisse“, sagte Sievers' Parteifreund Björn Künzle. Bei den Untersuchungen zum Schmarloh habe es umfangreiche Untersuchungen gegeben. „Was wollen wir im Nachhinein noch feststellen? Wir haben alles bei der 14. Änderung des Flächennutzungsplans berücksichtigt“, stellte Künzle fest.

Er sei erstaunt über die, die die Begriffe Fukushima und Energiewende in den Mund nähmen, dann aber keine F-Plan-Änderung wollten, sagte Ulrich Kaiser (UL), Bürgermeister in Ahnsbeck. Er nehme es keinem Grundstückseigentümer übel, wenn er Einnahmequellen nutzen wolle. Kaiser sprach von regionaler Wertschöpfung, von der der ländliche Raum profitieren könne. Kommunen, die sich zur Windkraft bekennen, sollte man sich nicht in den Weg stellen, sagte er. Das Regionale Raumordnungsprogramm werde erheblich später greifen. "Wir sind dann nicht Herr des Verfahrens", sagte Kaiser.

Egbert Ehm sprach davon, dass 2002 ein guter Kompromiss gefunden worden sei. Zwischen Befürwortern und Gegnern der Windenergie müsse eine gute Balance erreicht werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass noch einmal 25 Anlagen dazu kommen. "Das ist zu viel für unsere noch intakte Natur", sagte er.

"Die Energiewende ist von allen gewollt. Wir müssen uns in der Region darauf einstellen", sagte CDU-Fraktionschef Hartmut Ostermann. Er stellte die Fragen, welche Auswirkungen eine F-Plan-Änderung auf das anstehende Regionale Raumordnungsprogramm habe und was eine Änderung kosten würde.

Gehe der Landkreis so vor wie zurzeit der Zweckverband Großraum Braunschweig im Nachbarkreis Gifhorn, seien auf 95 Prozent der Samtgemeinde-Fläche keine weiteren Anlagen zu erwarten. Die damalige F-Plan-Änderung habe etwas über 60.000 Euro gekostet, sagte Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke.

SPD-Fraktionschef Erhard Thölke verlas die Stellungnahme seiner Partei zur Entwicklung der Windkraft. Danach sollen vorhandene Windkraftstandorte auf Erweiterungsmöglichkeiten überprüft werden, ansonsten klare Abstandsregelungen gelten.

Eine Abstimmung gab es nicht. Man könne ja noch mal in einem Fachausschuss über das Thema sprechen, regte Ehm anschließend an. Der Vorschlag verhalte ohne Reaktionen.

Von Joachim Gries