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Hohne Baumfällung in Hohne nun doch genehmigt
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Baumfällung in Hohne nun doch genehmigt
18:46 06.04.2018
Von Carsten Richter
Quelle: Oliver Knoblich
Hohne

„Sachlich war es die richtige Entscheidung, die Bäume zu fällen“, sagte sie. „Rechtlich aber war es ein Fehler. Jetzt bin ich schlauer.“ In geheimer Abstimmung hat der Rat nun mehrheitlich, wenn auch knapp, das Fällen der Bäume nachträglich genehmigt. Zugleich hat das Gremium bei einer Ja-Stimme und einer Enthaltung einen Eilantrag der SPD abgelehnt. Die Sozialdemokraten hatten gefordert, die Erweiterung der an den Rohrbruch angrenzenden Photovoltaikanlage der Firma Klein zu stoppen.

Rückblick: Ende Februar hatte SPD-Fraktionschef Hartmut Hentschel festgestellt, dass an der Straße zehn Eichen und eine Birke gefällt worden waren. Die Bäume seien beseitigt worden, weil sie Schatten auf das geplante Solarfeld nebenan geworfen hätten, hieß es später. Nach Angaben von Bürgermeisterin Harms sei Eile geboten gewesen, weil das Fällen von Bäumen nur bis Ende Februar erlaubt ist – sie gab nach einem Telefonat mit der Firma Klein den Auftrag zur Beseitigung.

Über die Fällaktion sei er immer noch wütend, sagte Hentschel auf CZ-Nachfrage. „Das wird die Kommunalaufsicht so nicht hinnehmen“, ist er sich sicher. Das Abstimmungsergebnis des Rates aber sei so zu erwarten gewesen – zumal Hentschel als einziger Vertreter seiner Fraktion in der Sitzung anwesend war und somit auf verlorenem Posten saß.

Harms hat zwar erleichtert auf das Abstimmungsergebnis reagiert, ist mit der Vorgehensweise aber nicht zufrieden. „Eine offene Abstimmung wäre mir lieber gewesen.“ Die Wählergemeinschaft Hohne (WGH), die eine vorbehaltlose Aufklärung gefordert hatte, hatte durch ihren Fraktionschef Jörn Künzle schon vorab angekündigt, einer nachträglichen Genehmigung der Baumfällaktion nicht zuzustimmen. Trotzdem hatte die WGH eine geheime Abstimmung beantragt.

Wie geht es nun weiter? „Die Entschuldigung der Bürgermeisterin akzeptieren wir“, sagte Künzle. Dagegen sei es unverständlich, dass Unternehmen als Zahler herangezogen würden. Gemeint ist die Firma Klein, die nun wohl für die Finanzierung neuer Bäume aufkommen wird. Wo diese gepflanzt werden, ist noch nicht entschieden.

Harms und WGH, die sich – nicht zum ersten Mal – in der Sitzung teilweise heftig verbal attackiert haben, wollen nun wieder den Blick nach vorne richten. „Wir wollen wieder aufeinander zugehen und gemeinsam für Hohne arbeiten“, sagte Harms. Ein starkes Zeichen haben indes die Hohner Jungschützen gesetzt: In einem Privatwald haben sie symbolisch elf neue Setzlinge gepflanzt.

Irgendwie hatte Hartmut Hentschel schon ein "blödes Gefühl", als er Ende Februar in den Rohrbruch in Hohne fuhr. Geschockt stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende fest, dass an der Nord- und der Südseite der Straße insgesamt elf Bäume gefällt worden waren – ohne Ratsbeschluss. Hentschel, der zuvor in einer nicht-öffentlichen Ratssitzung Mitte Februar gehört hatte, dass die Firma Klein ihre angrenzende Photovoltaikanlage erweitern wolle, begann sofort mit der Recherche. Wer hat "diese Sauerei" zu verantworten? In einem Eilantrag fordert die SPD-Fraktion nun die Prüfung, ob Strafanzeige zu stellen ist. Die Eichen sollen zudem an alter Stelle ersetzt werden.

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