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Hohne Bilder von Hohnes Störchen live vom Kirchturm
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Bilder von Hohnes Störchen live vom Kirchturm
18:30 22.05.2015
Storchencam Hohne Quelle: cz
Hohne

Doch Mutter (oder Vater) Storch hat sich hingesetzt, um den Nachwuchs zu wärmen. Dann schaut nicht mal der Kopf über die Zweige, aus denen das Nest besteht.

Was tatsächlich im Storchennest passiert, das liefert die Storchencam auf dem Hohner Kirchturm über das Internet frei Haus. Sie hat das Geschehen immer im Blick – und wenn Familie Adebar Nachwuchs hat, gehen die Klickzahlen auf der Homepage der Gemeinde Hohne nach oben.

Die Storchencam ist das besondere Steckenpferd von Hartmut Hentschel. 2006 hörte er bei einem Besuch in der Partnergemeinde Dornburg-Prödel vom Projekt „Die Reise der Störche“. Das ZDF hatte einer Störchin, die jedes Jahr nach Loburg in Sachsen-Anhalt kam, einen Sender umgeschnallt und ihren Rückflug bis nach Südafrika verfolgt. Es entstand ein faszinierender Film über den Zug der großen Vögel in ihr Winterquartier. Hentschel war inspiriert und dachte sofort an seine Hohner Störche. Die Idee mit der Kamera kam auf.

Der Hohner machte Werbung für sein Projekt, spontan gab es erste Spenden vom Kegelclub „Scheiß Kollega“. Doch die Verwirklichung sollte bis 2010 dauern. „Ich bin da ein bisschen blauäugig rangegangen“, räumt Hentschel rückblickend ein. Die Kosten beliefen sich immerhin auf rund 1000 Euro. Der Pastor stimmte zu, beim Einbau der Kamera in das Dach des Kirchturms half Ekhard Wilkens von der Lachendorfer Dachdeckerei Heine mit einem Altgesellen. Hans-Joachim Albert übernahm Verkabelung und Einstellungen. „Ich bin nicht so der Techniker“, sagt Hentschel.

Eine besondere Herausforderung war die Einspeisung des Kamerasignals ins weltweite Datennetz, denn einen Telefonanschluss gab es in der Kirche nicht. Doch auch dafür wurde eine Lösung gefunden: In einer Fensternische des Kirchturms steht ein Router und überträgt die Daten zu einem weiteren Router in den Räumen des benachbarten Jugendtreffs.

Anfangs gab es immer wieder Unterbrechungen bei der Übertragung, das Problem war erst nach einem Providerwechsel gelöst. „Wenn es heute mal nicht geht, ruft gleich jemand an“, sagt Hentschel. Als sich neulich der geschlüpfte Nachwuchs zum ersten Mal blicken ließ, wurde er auch umgehend informiert.

Regelmäßig schaut der Hohner auf dem Kirchturm nach, dass die Technik in Ordnung ist. Der Router in der Fensternische ist Wind und Wetter ausgesetzt. Ist die schützende Plastiktüte zerfetzt, muss sie ersetzt werden. Sonst droht der Bildausfall – und Hentschel erhält wieder einen Anruf. Für die Storchencam gibt es ein zweckgebundenes Spendenkonto, falls mal was defekt ist.

In der Storchenzeit steigen die Zugriffszahlen auf die Homepage der Gemeinde Hohne deutlich an. Liegen sie sonst bei 250 bis 300 pro Tag, werden dann 450 bis 500 Besucher am Tag gezählt. Dazu trägt auch bei, dass die Storchencam auf diversen Linklisten aufgeführt ist. www.gemeinde-hohne.de

Von Joachim Gries