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Hohne Budenzauber ist nicht tot zu kriegen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Budenzauber ist nicht tot zu kriegen
19:49 02.12.2018
Von Christian Link
Das Weihnachtsliedersingen der Dritt- und Viertklässler ist einer der Höhepunkte beim Adventsmarkt in Hohne. Quelle: Christian Link
Hohne

Seine besten Jahre hat der Weihnachtsmarkt Hohne bereits hinter sich. Zu Blütezeiten standen auf dem Rittergut im Dorf bis zu 50 Stände. "Da war das hier proppevoll, aber das ist schon ein paar Jahre her", sagt Manfred Schulze, der seit 16 Jahren als Chef des Gewerbevereins für die Organisation des Budenzaubers verantwortlich ist. Gestern gab es dagegen einige freie Rasenflächen vor dem historischen Rittergut. Doch auch mit "nur" insgesamt 30 Ausstellern und Händler zählt der Adventsmarkt Hohne weiterhin zu den schönsten im Landkreis Celle.

"Der Markt ist in 32 Jahre zu einer Institution geworden", sagt Schulze und fügt hinzu: "Wir sind schon stolz darauf, dass wir den Weihnachtsmarkt so lange aufrecht erhalten konnten." Er habe in dieser Zeit einige Märkte kommen und gehen sehen. Nun hat sich zwar der Gewerbeverein Hohne aufgelöst. Doch der Adventsmarkt wird weiterleben, ist sich der Fuhrunternehmer sicher. Trotz aller Schwierigkeiten.

Ein noch zu gründender Bürgerverein soll den Weihnachtsmarkt ab 2019 veranstalten. Auf Schützenhilfe des Wettergotts können die zukünftigen Organisatoren allerdings nicht hoffen. "Wir hatten in 32 Jahren nur zweimal Schnee", berichtet Schulze und schwärmt vom traumhaften Ambiente des verschneiten Ritterguts, während es gerade bei 10 Grad Celsius regnet. Dafür können die neuen Macher auf ein treues Stammpublikum zählen. "60 bis 70 Prozent der Besucher sind Dorfbewohner, der Rest kommt aus einem Umkreis von 20 Kilometern", so Schulze.

"Es ist ein besinnlicher und schöner Weihnachtsmarkt", lobt Besucherin Elke Vogler aus Ummern. Sie schlendert lieber über den gemütlichen Adventsmarkt im Nachbarort auf der anderen Seite der Landkreisgrenze, als dass sie das hektische Treiben in Celle oder in ihrer Geburtsstadt Goslar besucht. "Ich mag lieber ruhige Orte, an denen ich viel wahrnehmen und mitnehmen kann", sagt sie.

Diese Gemütlichkeit lieben auch die Händler, die zusammen mit dem Weihnachtsmarkt etwas in die Jahre gekommen sind. "Hohne hat einen der schönsten Weihnachtsmärkte, weil er klein und familiär ist. Und das Personal kümmert sich sehr herzlich um die Aussteller", meint Helga Denker aus Celle, die an ihrem Stand handgemachte Wohnutensilien verkauft. "Die Floristik habe ich mir durch die Volkshochschule angeeignet und da lege ich mein ganzes Herz rein", sagt sie. Ihr Ehemann Hartmut bastelt mit eben so viel Liebe unter anderem Teelichthalter, Fenster- und Weihnachtsschmuck aus Holz. "Er hat alles mit der Hand nachgeschliffen, da legt er großen Wert drauf."

Doch 2019 wird das kunstfertige Ehepaar in Hohne nicht mehr dabei sein. "Nach 25 Jahren ist Feierabend", sagt Helga Denker und verweist auf gesundheitliche Gründe. Beim Weihnachtsmarkt in Winsen am dritten Adventswochenende wird sie ein letztes Mal ihre Waren anbieten – quasi im Schlussverkauf. Ein paar Glückliche können dann vielleicht noch ein paar Weihnachtspyramiden ergattern, die in Hohne reißenden Absatz fanden: "Mein Mann musste extra noch welche von zu Hause bringen, weil wir so viele verkauft haben."

Udo Kellner, ein Urgestein des Hohner Adventsmarkts, denkt dagegen trotz seiner 74 Jahre nicht ans Aufhören. Der Hobbyimker aus Eldingen ist auf dem Rittergut von Steuben seit 32 Jahren dabei. "Damals hatten wir eine ganz alte Bude mit Plane obendrauf", erinnert er sich an den Anfang. Mittlerweile verkauft er den Honig seiner 30 Bienenvölker zusammen mit seiner Ehefrau Roswitha aus einer gemütlichen Holzbude heraus.

Kellner hatte sich auch mal für einen Stand auf dem Celler Weihnachtsmarkt interessiert, dann aber doch lieber verzichtet. "In Celle gibt es mir zu viele Vorschriften, außerdem stehen wir da nur als Dekoration herum", sagt der Imker. Dort gebe es ein anderes Publikum als etwa in Hohne oder Lachendorf, wo er bei jedem Fest des Verkehrsvereins dabei ist. "In Hohne kennt man alle und unterhält sich auch über anderes, als nur über den Verkauf", sagt er und ergänzt unter großer Zustimmung der Umstehenden: "Das ist hier wie eine große Familie."

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