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Hohne Gemeinde Hohne baut auf Bürgerworkshops
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Gemeinde Hohne baut auf Bürgerworkshops
18:24 16.08.2017
Quelle: Amelie Thiemann
Hohne

Nach der letzten Kommunalwahl sollte sich etwas in Hohne ändern. "Wir haben vorher an der Intransparenz gelitten", erinnert sich Harms. "Deshalb haben wir uns gefragt: Wie kann man Politik transparent gestalten und den Bürger mitnehmen?" Die zündende Idee lieferten die Ratsmitglieder der Wählergemeinschaft für die Gemeinde Hohne (WGH) mit dem Konzept der Bürgerworkshops.

Gesagt, getan: Im Januar lud die Gemeinde erstmals zu einer allen Einwohnern offenstehenden Veranstaltung ein. Im Mittelpunkt stand die Möglichkeit, kostenloses W-Lan in Hohne einzurichten, doch auch allgemeine Fragen und Verbesserungsvorschläge wurden gehört. Etwa 40 Hohner besuchten die Auftaktveranstaltung, zum zweiten Bürgerworkshop mit dem Thema Dorferneuerung kamen noch rund 30 Besucher. "Das ist eine ganz schöne Runde", freut sich Harms.

Am Dienstagabend kamen Hohner Bürger zum dritten Mal zusammen. Sichere Wege und Straßen standen auf der Tagesordnung. Das Thema bot Zündstoff, denn gerade an Grundschule und Kindergarten käme es durch parkende Eltern immer wieder zu brenzligen Situationen, berichteten die Workshop-Teilnehmer. Bevor jedoch zwei Verkehrssicherheitsberater der Polizei Celle den rund 30 Bürgern Rede und Antwort standen, vermeldete WGH-Ratsmitglied Jörn Künzle einen Erfolg: 15 Hotspots mit kostenfreiem W-Lan gebe es inzwischen in der Gemeinde. Die Einrichtung können sich die Teilnehmer der Bürgerworkshops auf die Fahne schreiben.

Im Gespräch mit den Polizisten Karl-Heinz Kroll und Karsten Wiechmann sowie Rebecca Dellemann von der Samtgemeinde-Verwaltung machten die Bürger ihrem Unmut Luft, es ging vor allem um die Verkehrslage an Grundschule und Kindergarten. "Dort ist es so häufig so knapp, wir können nicht abwarten, bis etwas passiert", betonte eine Hohnerin. "Tempo-30-Zonen wären angebracht."

Anhand von Statistiken machte Kroll deutlich, dass es in Hohne vielleicht gefühlt gefährlich zugehe, die Unfallstatistik dieses Empfinden jedoch nicht stützt. Lediglich 24 Verkehrsunfälle haben sich laut Polizei zwischen 2012 bis 2016 innerhalb des Ortes ereignet. "Wenn es überall so wäre, wäre ich arbeitslos", scherzte Polizist Kroll.

Schnell ging es wieder ernst zu beim Bürgerworkshop. Die Verkehrssicherheitsberater zeigten auf, welche Möglichkeiten die Gemeinde für eine Verkehrsberuhigung nutzen kann. Diese reichten von Halteverboten über Geschwindigkeitsmessungen bis hin zu doppelten Ortsschildern. Die Diskussion mit den Polizisten ermutigte Workshop-Teilnehmer. "Bevor man sich was ausdenkt, ist es gut, sich mit den Experten abzusprechen, ob es überhaupt geht", sagte WGH-Ratsherr Künzle. Am Ende des Bürgerworkshops hat sich eine Arbeitsgruppe mit drei Einwohnern und einem Ratsmitglied gebildet. Ziel der Gruppe ist es, eine Prioritätenliste und Maßnahmenvorschläge für kritische Stellen in der Gemeinde zu erarbeiten.

Das Engagement und die Kreativität der Gemeindemitglieder geben den Initiatoren der Workshops recht. "Die Bürger haben gute Ideen", sagt Bürgermeisterin Harms. "Ohne sie drehen wir uns als Rat in unserem eigenen Saft." Als Beispiel nennt Harms den Vorschlag einer Teilnehmerin am Dienstagabend. Diese schlug vor, den Eingang zum Kindergarten auf die Rückseite zu verlegen, um den Ansturm anders zu lenken. "Das finde ich klasse. Wir haben so viele Kompetenzen unter den Bürgern, da wären wir dumm, die brachliegen zu lassen."

Von Amelie Thiemann