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Hohne Solarpark statt Industriebrache in Hohne
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Solarpark statt Industriebrache in Hohne
17:30 21.07.2014
Sie engagierten sich für eine Nachnutzung des ehemaligen Röpe-Geländes (von links): Hartmut Henschel, Erhard Thölke und Hans-Rainer Rohde Quelle: Joachim Gries
Hohne

„Eine sehr intelligente Lösung zur Beseitigung belasteter Industriebrachen“, sagt Hohnes Bürgermeister Erhard Thölke und weist hinter den Zaun. Aufgeständerte Photovoltaik-Panels glitzern in der Sonne, hier am südlichen Ortsrand von Hohne wird Strom produziert. „Gut, dass eine ehemals versiegelte Fläche wieder genutzt wird“, sagt Hans-Rainer Rohde, der sich zusammen mit Hartmut Hentschel und Thölke für eine sinnvolle Nachnutzung der Röpe-Fläche einsetzte.

Bis 2005 wurden im Zweigwerk des Uelzener Baustoffunternehmens Betonteile produziert und gelagert. 2008 verhandelten Thölke sowie der Nachbar, der Lohnunternehmer Christian Cramm, der seinen Betrieb erweitern wollte, mit dem Insolvenzverwalter. Welten hätten zwischen den Vorstellungen gelegen, sagt Thölke und spricht im Rückblick von äußerst schwierigen Gesprächen. Erschwerend kam noch hinzu, dass ein Gutachter Belastungen im Boden feststellte: Röpe hatte Betonteile getränkt, der Bereich des Tauchbecken war stark mit Teer belastet.

Kommune und Insolvenzverwalter wurden sich schließlich über den Preis einig. Den nördlichen Teil übernahm Cramm, für den südlichen Bereich lieferte Hentschel die Idee „Solarpark“, Rohde suchte nach potenziellen Investoren. Auch das gestaltete sich nicht ganz einfach, schließlich wurde man mit Oliver Klein von der Klein Neue Energien GmbH in Delbrück-Boke bei Paderborn einig.

Der baute 10.584 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von zusammen 2,593 Megawatt auf, zusammengefasst in zwei Solarparks. Die Einspeisung in das öffentliche Netz erfolgte ab 2012. Im Internet lässt sich nachverfolgen, wie die Anlagen laufen. Bis gestern wurden von beiden Parks über 3,9 Millionen Kilowattstunden ins Netz eingespeist, über 2700 Tonnen Kohlendioxid wurden dabei vermieden. Im vergangenen Jahre hätten vom Solarpark Hohne 532 Vier-Personen-Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4500 Kilowattstunden im Jahr versorgt werden können.

Vor ein paar Wochen wurde die Altlasten-Sanierung abgeschlossen. Dazu mussten auch Solarmodule wieder demontiert werden. Für die Entfernung der Altlasten gab es Unterstützung nach der Förderrichtlinie Altlasten-Gewässerschutz. Auch der Landkreis habe bei der Problem-Bewältigung konstruktiv mitgearbeitet, lobt Thölke.

„Wir sind der guten Hoffnung, dass wir eine Nullrechnung erreichen“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Finanzen. Durch die Verzögerungen blieb die ursprünglich geplante Bürgerbeteiligung am Solarpark auf der Strecke. „Sie hätte alles in Gefahr gebracht“, sagt Thölke. Die rückstandslose Beseitigung der Altlasten sei Hohne besonders wichtig gewesen. Jetzt hat die Kommune noch 10.700 Quadratmeter Gewerbefläche anzubieten, Interessenten gibt es bereits.

Joachim Gries

Von Joachim Gries