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Hohne Solarpark steht auf der Kippe
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Solarpark steht auf der Kippe
17:00 01.03.2012
Hohne

"Es sieht nicht gut aus", sagt Uli Biermann, Geschäftsführer von energy4ever und das sind harte Worte für die Gemeinde Hohne. 2,7 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen, das seit der vergangenen Woche auf der Kippe steht. Auf dem Gelände der früheren Firma Röpe am Hoher Weg sollen Photovoltaikanlagen entstehen, 360 Haushalte sollten damit mit Strom versorgt werden. Bürger und Gemeinde sollten die Möglichkeit bekommen, sich an der Investition zu beteiligen, Renditen von etwa sechs Prozent kündigte die SPD-Fraktion des Gemeinderats an.

Hintergrund ist die Ankündigung des Bundeskabinetts, die Solarförderung deutlich zu kürzen, bis zu 30 Prozent wird es künftig weniger geben. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) forderte von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), Sorge zu tragen, dass die Senkung der Förderung nicht das Vertrauen in Investitionen erschüttert.

Genau dies jedoch passiert derzeit in Hohne. "Wenn die Förderung so kommt und die Modulpreise nicht angepasst werden, dann ist die Anlage nicht rentabel", sagt Biermann. Erst zum Jahresende will er entscheiden, was aus dem Röpe-Gelände wird. Einen Kaufvertrag gibt es schon, er hängt am Bebauungsplan, dessen Genehmigung zumindest gilt als unstreitig. Baubeginn soll nicht vor 2013 sein.

"Einige Hersteller von Photovoltaikmodulen werden pleite gehen", erwartet der Paderborner Investor. Er wird sich dann mit den Preisen der chinesischen Hersteller auseinandersetzen.

"Die Verwaltung prüft derzeit, ob die Gemeinde sich beteiligen darf", berichtet Hohnes Bürgermeister Erhard Thölke. Und: "Ich gehe davon aus, dass es genehmigt wird. Wir gehen da voller Optimismus ran und identifizieren uns damit." 20.000 Euro hat Hohne für die Beteiligung im Haushalt eingestellt. "Das Projekt hängt nicht am Zuschuss der Gemeinde", sagt Thölke. Das Interesse der Bürger sei da.

Im Sommer wird es eine Informationsveranstaltung geben, so das Projekt nun nicht an der verminderten Rendite scheitert. Dann erfahren die Bürger, wie sie sich beteiligen. Niedrige vierstellige Summen werden Thölke zufolge der Mindestbeitrag sein. Sechs Prozent Rendite sind derzeit angestrebt, wie sehr sie sich durch die verminderte Förderung des Bundes verringert, mag derzeit noch niemand beziffern.

Eine Option für die Investition ist die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft. Die Hohner FDP hatte den Vorschlag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates eingebracht. "Wenn die Förderung geändert wird, macht es uns das nicht einfacher, einen Investor vor Ort zu kriegen", sagt Jörn Künzle. "Wenn das Unternehmen das nicht macht, planen wir weiter. Mit den Bürgern."

Eine Vorbildfunktion wolle Hohne damit erfüllen, auch mit Blick auf eine eventuelle Fusion mit den anderen Gemeinden der Samtgemeinde Lachendorf in den kommenden zehn Jahren, die Thölke erwartet. Hohne will sich behaupten.

Von Isabell Prophet