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Hohne Stammzellspende lässt Matthias Lansky aus Hohne den Krebs besiegen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Stammzellspende lässt Matthias Lansky aus Hohne den Krebs besiegen
16:19 22.12.2017
Unter dem Motto „Für Matze und andere“ wurde für Matthias Lansky eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt. Quelle: Michael Schäfer
Hohne

Bei Matthias Lansky war im Oktober 2015 Leukämie diagnostiziert worden. "Da beißt du erstmal ins Kantholz", beschreibt der 59-Jährige. Nach etlichen Chemotherapien war ein genetischer Zwilling seine einzige Chance. Bei der Suche nach einem Stammzellspender unterstützten ihn seine Schützenbrüder vom Schützencorps Neuenhäusen. Sie stellten eine Typisierungsaktion in Celle auf die Beine, 279 Personen ließen sich dabei für die Datei der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren. Nur wenige Tage später die erlösende Nachricht: Es gab einen passenden Spender.

In der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde das Immunsystem von Matthias Lansky mit einer weiteren Chemotherapie heruntergefahren, dann war er bereit für die Stammzellspende eines 48-jährigen Deutschen aus der Nähe von Leipzig. "Ein Arzt hatte einen Beutel mit Blut dabei, in dem die Stammzellen waren", erinnert sich der Hohner. "Ich habe nur gedacht: Da ist mein neues Leben drin." Die lebensrettende Infusion brauchte nur knapp zwei Stunden. "Ziemlich unspektakulär."

Umso spektakulärer das Resultat: Matthias Lanskys Körper nahm die Spende fast komplikationslos an. "Ich war ein Glückspatient." Die Weihnachtstage verbrachte er in der MHH. Ein Schnappschuss auf seinem Handy zeigt ihn ohne Haare, dafür mit Ärzten, Pflegern und Patienten neben einem geschmückten Weihnachtsbaum auf dem Krankenhausflur.

Nach vier Wochen durfte Matthias Lansky zurück nach Hause, zurück zu seiner Lebensgefährtin Brigitte. Anfangs musste er beispielsweise auf seine Ernährung achten. "Eier musste ich durchkochen, das war gar nichts für mich", sagt er lachend.

Das Paar schmiedete wieder Pläne, im Juni dieses Jahres wollten sie 25 gemeinsame Jahre feiern. Alles war schon organisiert. Doch gerade als es Matthias Lansky wieder besser ging, erkrankte seine Partnerin. Gesichtstumor. Nach einer Operation musste Brigitte gepflegt werden. Sie starb im August. Ihr Tod geht Matthias Lansky, der sonst so optimistisch redet und in die Zukunft blickt, nahe: "Mein neues Leben beginnt für mich allein." Familie und Freunde geben ihm in der schweren Zeit Halt.

Seine Krebserkrankung und Brigittes Tod haben Matthias Lansky verändert. "Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken", sagt er. Im Krankenhaus hat er auf dem Flur seine Runden – 86 Schritte – gedreht. "Jeder hat irgendwo seinen Wecker stehen. Irgendwann klingelt der", umschreibt er die Sterblichkeit. Die vergangenen Jahre seit seiner Krebsdiagnose hätten ihm außerdem gezeigt, wer seine wahren Freunde sind.

An Heiligabend geht Matthias Lansky mit seinem "Essenskreis" frühstücken. Die sechsköpfige Gruppe schlemmt sich seit 1994 durch den Landkreis und trifft sich einmal im Monat, immer in einem anderen Restaurant. "An Heiligabend planen wir die Tour für nächstes Jahr." Zu Weihnachten wünscht sich Matthias Lansky nur eins: "Gesundheit. Das ist das wichtigste."

Von Amelie Thiemann