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Lachendorf Ärztepaar aus Lachendorf engagiert sich für Kindernothilfe
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Ärztepaar aus Lachendorf engagiert sich für Kindernothilfe
19:34 14.03.2017
Gabi und Gerd Molsen engagieren sich seit Jahrzehnten für die Kindernothilfe. Am Samstag treffen sich die norddeutschen Arbeitskreise des Hilfswerks zum Austausch in Lachendorf.
Lachendorf

Die beiden Ärzte im Ruhestand engagieren sich seit 1974 für die Kindernothilfe, in den 1990er Jahren gründete Gabi Molsen in Lachendorf einen Arbeitskreis. Auf eigene Kosten reiste das Ehepaar im Oktober vergangenen Jahres zusammen mit acht anderen Ehrenamtlichen des christlichen Hilfswerks nach Südafrika, um vor Ort die Arbeit der Kindernothilfe kennenzulernen. 14 Tage verbrachten die Teilnehmer in dem Land.

Von Durban aus besuchte die Gruppe jeden Tag ein anderes Projekt. Das alles beherrschende Thema: HIV-Infizierungen. Zahllose Kinder verlieren durch Aids ihre Eltern und werden zu Waisen. Junge Mädchen werden vergewaltigt und infizieren sich so mit HIV. „Viele haben fürchterliche Dinge erlebt“, sagt Gabi Molsen.

Das Tennyson House, ein Heim für Straßenmädchen im Alter von zehn bis 18 Jahren, hat es der Lachendorferin besonders angetan. Ihre Mutter hatte bereits seit Jahren eine Patenschaft für Bewohnerinnen des Heims übernommen. „Ich habe ein Foto und einen Gruß von ihr mitgebracht“, erzählt die 65-Jährige. Als sie das Geschenk an die Mädchen übergab, kullerten bei diesen die Tränen vor Freude über die „deutsche Oma“ – auch für Molsen ein bewegender Moment.

Die Kindernothilfe setzt vor allem auf Hilfe zur Selbsthilfe. Beispielhaft dafür besuchten die deutschen Ehrenamtlichen ein Projekt, bei dem südafrikanische Frauen in Dorfgemeinschaften Geldbeträge verleihen, die sie zuvor selber aufbringen. Die Empfängerinnen nutzen das Darlehen beispielsweise für ihre kleinen Unternehmen und zahlen das Geld mit zehn Prozent Zinsen wieder zurück. „Ganz simpel, aber effektiv“, sagt Gerd Molsen.

Die Reise nach Südafrika hat das Ehepaar Molsen in seinem Engagement für die Kindernothilfe bestärkt. „Das Geld kommt dort an, wo es ankommen soll“, sagt die Allgemeinmedizinerin. „Rund 1,9 Millionen Kinder werden weltweit erreicht.“

Am Samstag treffen sich die norddeutschen Kindernothilfe-Arbeitskreise für ihr Regionaltreffen in Lachendorf. Die Kirchengemeinde Arche Noah stellt am Brömmerkamp die Räumlichkeiten zur Verfügung. Das Treffen nutzen die rund 20 Ehrenamtlichen, um sich über Aktions- und Informationskampagnen auszutauschen und Ideen zu sammeln, wie Spenden gesammelt werden können.

Von Amelie Thiemann