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Lachendorf Baugebiet am Wiesenweg erregt Gemüter in Lachendorf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Baugebiet am Wiesenweg erregt Gemüter in Lachendorf
18:49 14.06.2016
Im 2001 einstimmig beschlossenen Gemeindeentwicklungsplan hat die Gemeinde Lachendorf nicht nur beiderseits des Alten Postwegs, sondern auch östlich des Wiesenwegs Wohnbebauung vorgesehen. Quelle: Gemeinde Lachendorf
Lachendorf

300 Unterschriften seien binnen kurzer Zeit gesammelt gegen die Pläne, dort den Wald zu entfernen, sagte Klaus Steinecke als Anlieger des Albert-Einstein-Rings. Der Unmut sei sehr groß, nicht nur im Neubaugebiet Südhang, sondern in der ganzen Gemeinde. „Warum werden wir, die Bevölkerung, nicht rechtzeitig beteiligt?“, fragte er.

Die Antwort kam von Gemeindedirektor Jörg Warncke. Der Wald sei im 2001 beschlossenen Gemeindeentwicklungsplan als zukünftiges Baugebiet mit einer grünen Mitte berücksichtigt worden. Die Bevölkerung sei damals aufgefordert worden, an der Planung mitzuwirken. Der Plan sei heute noch Grundlage für Lachendorfs Entwicklung. „Das ist damals so einstimmig beschlossen worden“, legte Bürgermeister Erwin Kriegel nach.

Die Fragezeit entwickelte sich letztlich zu einer kurzen Grundsatzdebatte. Zuhörer fragten nach der Verantwortung für das scheibchenweise Wachsen Lachendorfs, sahen die Wachstumsgrenze erreicht, brachten eine Dorfbefragung und eine Abstimmung aller Bürger ins Spiel. Die gleichen Argumente habe es schon vor 20 Jahren gegeben, stellte Warncke fest. Ohne das Wachstum der vergangenen Jahre hätte Lachendorf heute keine Märkte im Ortskern, kein Ärztehaus, keine Oberschule, kein Gymnasium.

Der Verwaltungschef betonte, dass die Gemeinde mit den Landesforsten verhandle, um den Wald zu kaufen. Der Bereich sei nicht in einem Flächennutzungsplan enthalten. Würden von Anliegern Unterschriftenlisten vorgelegt, müsse der Gemeinderat entscheiden, wie er damit umgehe. Als Gemeindedirektor hat Warncke keine Stimme im Lachendorfer Rat, wohl aber im Samtgemeinderat, der über die Flächennutzungsplanänderung berät und beschließt.

Nicht nur Anlieger aus dem Baugebiet Südhang, sondern auch aus dem Bereich westlich der Wiesenstraße stellten fest, dass es ein Verlust wäre, wenn der Wald wegkäme. Er diene Kindern als Spielgelände, Hundebesitzern und Walkern als Freizeitfläche. Der Gemeindeentwicklungsplan von 2001 sieht einen Grüngürtel in dem Bereich vor. Sollten Gemeinde und Landesforsten handelseinig werden über die 30 Hektar große Fläche, wäre es Aufgabe der konkreten Bauleitplanung, die Ausgestaltung festzuschreiben.

Von Joachim Gries