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Lachendorf Beerenernte im Celler Land läuft auf Hochtouren
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Beerenernte im Celler Land läuft auf Hochtouren
16:41 24.07.2016
Henrike Alps in der Plantage an den Himbeeren in günstiger Pflückhöhe. Auch Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren reifen in diesen Wochen.  Quelle: Alex Sorokin
Gockenholz

Nicht ohne Grund ist die rote Grütze eine traditionelle Nachspeise aus unserer Region. Die meisten Beerensträucher finden auf den kalkarmen Sandböden gute Standortbedingungen. So verfügt Niedersachsen mit 1296 Hektar über die größte Anbaufläche von Kulturheidelbeeren bundesweit. In den vergangenen Jahren wurden mit der wachsenden Nachfrage nach frischem Obst aus der näheren Umgebung die heimischen Beerensorten von den Verbrauchern regelrecht wiederentdeckt und das völlig zu Recht: Beerenfrüchte enthalten viel Vitamin C, Mineralien, Spurenelemente und sind zudem ballaststoffreich sowie kalorienarm. Alle Beerensorten eignen sich für den frischen Verzehr, für die Zubereitung von Gelees, Marmeladen, Sorbets, Saft und die rote Grütze. Natürlich kann man auch Obstweine und -liköre herstellen.

Auf dem Beeren- und Obsthof Alps in Gockenholz läuft wie in anderen Betrieben in der Region die Beerenernte auf Hochtouren. Zwanzig Erntehelfer pflücken täglich Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren. Die Früchte werden jeden Tag an den Lebensmitteleinzelhandel im Landkreis Celle und an weiterverarbeitende Betriebe wie Bäckereien und Eisdielen geliefert.

Zudem kann man die Früchte auch direkt auf der Plantage kaufen oder selbst pflücken. „Diese Möglichkeit wird sehr gut angenommen. Die Früchte sind relativ groß und befinden sich in guter Pflückhöhe, so dass man seinen Eimer schnell gefüllt hat“, macht Plantagenbetreiber Wilhelm Alps deutlich. „Im nächsten Jahr werden wir die Anbauflächen für die Selbstpflücker nochmals erweitern.“ Übrigens ist das Naschen nach Herzenslust erlaubt und kostet nichts extra. „Zu uns kommen viele Familien und gerade für die Kinder ist das hier ein tolles Erlebnis“, ergänzt Tochter Henrike Alps.

Auch in der Natur finden sich viele Beerensträucher. Die Wildheidelbeere wächst als Halbschattengewächs in Kiefern- und Laubwäldern, oft in unmittelbarer Nachbarschaft der Preiselbeere. Da die Wildheidelbeere viel mehr blauen Farbstoff enthält als die Kulturform, färben sich die Zähne und die Zunge blau. „Das Sammeln der Beeren im Wald ist für den Eigenbedarf erlaubt“, betont Rainer Steding, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. „Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Gefahr, sich beim Verzehr von Wildbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, gering ist. Allerdings sollte man die Früchte sorgfältig abspülen.“

Wilde Himbeer- und Brombeersträucher wachsen an Weg- und Ackerrändern sowie auf Brachflächen. Hier sollte man darauf achten, die Früchte nur abseits von viel befahrenen Straßen zu pflücken.

Von Petra Senftleben