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Lachendorf Erneuerbare Energien: Neue Stromleitung zwischen Lachendorf und Ahnsbeck
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Erneuerbare Energien: Neue Stromleitung zwischen Lachendorf und Ahnsbeck
17:23 10.12.2013
Von Christoph Zimmer
Vorsichtig steuert Monteur Henrik Leiffer (links) den mit einem Sender versehenen Bohrkopf in den Boden. Quelle: Christoph Zimmer
Lachendorf

Die geplante Energiewende erfordert im Landkreis Celle einen Ausbau der Stromnetze. Auf einer Länge von 3,2 Kilometern wird seit Mitte August zwischen Lachendorf und Ahnsbeck eine neue Stromleitung verlegt. Nach Angaben der Celle Uelzen Netz GmbH belaufen sich die Investitionskosten für die Bauarbeiten auf etwa eine Million Euro. Mitte November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, Ende November soll die neue Stromleitung in Betrieb gehen. „Die Einspeisung von Erneuerbaren Energien in das Stromnetz ist in der Vergangenheit gestiegen“, sagte Unternehmenssprecher Andreas Gerow, „inzwischen werden mehr als 63 Prozent des Strombedarfs durch Erneuerbare Energien aus der Region gedeckt.“ Für die Netze und Leitungen bedeute das eine zunehmende Belastung. Daher diene die neue Leitung nicht nur der Netzverstärkung, sondern auch der Versorgungssicherheit.

Die neue Stromleitung wird im aufwendigen Horizontalbohrverfahren verlegt. „Das bedeutet, dass bei den Arbeiten die Erdoberfläche nicht zerstört werden muss“, erklärt Bauleiter Thorsten Dresen. Auch die drei neuralgischen Punkte auf der Strecke, die Gleise, die Lachte und die verschiedenen Wirtschaftswege, werden mit diesem Bohrprinzip unterquert. „Wir wollen ja den Verkehr nicht gefährden“, sagt Dresen mit einem Lächeln. Die neue Leitung beginnt an dem Umspannwerk des Unternehmens in Lachendorf und endet am neuen Schalthaus in Ahnsbeck.

An dem Bohrkopf befindet sich ein Sender, der von oben mit einer Fernbedienung gesteuert wird. „So kommen wir auf den Zentimeter da raus, wo wir hinwollen“, sagt Dresen. Unter der Lachte werde der Bohrkopf von einem kleinen Boot aus dirigiert, wenn er sich seinen Weg unter dem Fluss sucht. Bei den ganzen Hindernissen gibt es die eine oder andere Überraschung. „Es kann schon mal sein, dass wir auf einen Felsen oder altes Mauerwerk stoßen“, sagt Dresen, „es ist so, als würden wir im Dunkeln schwimmen.“ Pro Minute frisst sich der Bohrer bis zu einem Meter durch den Boden. Insgesamt werden 22 Kilometer Kabel verlegt.

Der Ausbau Erneuerbarer Energien setzt sich im Gebiet der Celle Uelzen Netz GmbH fort. So konnten im Jahr 2012 durch die Einspeisung von rund 781 Millionen Kilowattstunden Ökostrom von privaten und gewerblichen Anlagebetreibern rund 63 Prozent des Strombedarfs abgedeckt werden. 2010 waren es noch 42 Prozent. Insbesondere die leistungsstärkeren Biogasanlagen und der Ausbau von Photovoltaikanlagen haben dazu beigetragen.

Damit sind die Vorgaben der Bundesregierung, 50 Prozent des Stroms bis 2030 aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen, im Netzgebiet von Celle und Uelzen bereits 2012 schon erreicht worden. Bundesweit lag der Anteil Erneuerbarer Energien zur Deckung des Strombedafs im Jahr 2012 bei rund 23 Prozent.

Die Celle Uelzen Netz GmbH hat 2012 nach den festgelegten Vergütungssätzen des Erneuerbare Energien Gesetzes EEG rund 132 Millionen Euro an die Einspeiser Erneuerbarer Energien ausgezahlt. "Davon profitieren nicht nur die Anlagebetreiber, sondern auch die Celler und Uelzener Wirtschaftsregion", sagte Gerow.