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Lachendorf Ersthelfer im Landkreis Celle sind unzufrieden
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Ersthelfer im Landkreis Celle sind unzufrieden
16:57 07.07.2014
Jörg - van der Ahe Quelle: Tore Harmening
Lachendorf

Pfingstsonntag in der Samtgemeinde Lachendorf: Der Rettungsleitstelle wird ein Patient mit Herz-Kreislaufversagen gemeldet. Der Disponent am Telefon aktiviert den Rettungsdienst und alarmiert zeitgleich die Ersthelfer, das First-Responder-Team in Lachendorf.

„Wir waren zügig vor Ort und es war alles gut. Der Patient konnte nach zwei Tagen Intensivstation und einigen Tagen Krankenhaus wieder nach Hause”, berichtet Jörg van der Ahe, Initiator der First-Responder. So sollte es idealerweise immer laufen. Die First Responder helfen, die sogenannte therapiefreie Zeit zu verkürzen, und vermeiden so unter Umständen größere gesundheitliche Folgeschäden für die Patienten.

Doch leider ist dieser Einsatz nicht die Regel, wie van der Ahe der Politik im Feuerschutzausschuss weiter berichtete. Denn offensichtlich denken die Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle nicht bei jedem Einsatz auch an die ehrenamtlich arbeitenden Helfer vor Ort. Um genau zu sein, sie denken fast gar nicht daran.

5000 Bereitschaftsstunden haben die First Responder seit ihrer Gründung abgerissen, alarmiert wurden sie bisher in 13 Fällen. „Die Leute sprechen uns inzwischen an und fragen, warum wir bei einem Vorfall gewesen sind und bei einem anderen nicht”, berichtet van der Ahe. Eigentlich gibt es in der Leitstelle einen klaren Kriterienkatalog, wann die Helfer dazu gerufen werden sollen, doch gerüchteweise hat van der Ahe gehört, dass es noch eine andere Dienstanweisung geben soll. „Wenn unser Dienst nicht gewünscht ist, müssen wir ihn einstellen”, sagt der First-Responder-Initiator, und weiß zu berichten, dass es der Gruppe, die es in Unterlüß gibt, ähnlich geht.

Kreisrat Michael Cordioli betonte in der Sitzung, dass der Kreis sehr wohl „das Engagement der First-Responder zu schätzen weiß. Wir stehen aber gelegentlich vor der Frage, ob wir die Helfer aktivieren sollen oder nicht.” Denn wenn sie dann nur rumstehen, sei das auch nicht befriedigend.

Der Kreis wolle jetzt überprüfen, wie viele Einsätze es in dem Bereich wirklich gegeben hat, bei denen die Responder mit eingesetzt werden sollten, und dann noch einmal das Gespräch suchen. Dabei sollte dann auch gleich eine weitere Frage geklärt werden. Wie van der Ahe nach der Sitzung berichtete, hat die Gruppe zwar ein Blaulicht auf dem Auto, darf es aber nicht benutzen, weil sie nicht Mitglied der Feuerwehr ist. Der Sinn dieser Vorgabe erschließt sich gerade bei Notfallhelfern, bei denen im Einsatz jede Sekunde zählt, nur sehr bedingt.

Von Tore Harmening