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Lachendorf Farbiges Quartett als Quartier in Lachendorf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Farbiges Quartett als Quartier in Lachendorf
16:57 10.10.2016
Grau, blau, gelb und grün, so präsentieren sich die vier neuen Häuser in Beedenbostel (oben links) und in Lachendorf. Die Grundrisse der vier Gebäude sind gleich.  Quelle: Joachim Gries (4)
Lachendorf

Als 2015 viele Flüchtlinge kamen und auf die Kommunen verteilt wurden, musste auch die Samtgemeinde Lachendorf rasch handeln. Wohnungen wurden in den Dörfern angemietet, um Unterkünfte anbieten zu können. Als die Balkanroute geschlossen wurde, gab es im Lachendorfer Rathaus ein erstes Durchatmen. „Das war für uns die Chance, zu agieren, nicht nur zu reagieren“, sagt Jean Peters vom Bauamt. Als erste Lösung wurden gebrauchte Mobilheime mit Platz für 64 Menschen gekauft, die in Lachendorf aufgestellt wurden.

Zudem kam die Idee auf, Häuser zu bauen. Der Landkreis fördert jeden Wohnplatz für Flüchtlinge mit 5000 Euro. Die Samtgemeinde beschloss, in Beedenbostel ein, in Lachendorf zwei Häuser zu bauen mit Platz für je vier Familien. Gerade in Lachendorf ist der Bedarf an Wohnraum am größten. Mietwohnungen sind kaum zu haben, die Integrationsmöglichkeiten mit Schulen, Kindergärten, Rathaus aber am besten. Die Gemeinde Lachendorf votierte dafür, ein weiteres Haus zu bauen. Die Grundstücke waren im Besitz der Kommune, Peters plante, und nach dem letzten Frost wurde in Beedenbostel die erste Grundplatte gegossen.

Während dort ein zweigeschossiges Haus in Holzrahmenbauweise entstand, wurde die Planung für die Häuser in Lachendorf nach Gesprächen mit den Nachbarn modifiziert. Bei gleichem Grundriss passen sich hier die eingeschossigen Bauten der Umgebung an.

Sie sind laut Peters energetisch auf dem neuesten Stand, verfügen über 26 Zentimeter Dämmung, Dreifachverglasung, eine Gasheizung mit Brennwerttechnik für die Fußbodenheizung, eine Entlüftung mit Wärmetauschern ist eingebaut. „Wir hätten pro Haus 50.000 Euro günstiger bauen können, aber dann hätten wir später nachrüsten müssen“, sagt der Architekt. 450.000 bis 470.000 Euro kostet jedes Haus, die Förderung deckt mehr als ein Viertel ab, das Darlehen bei der KfW läuft über 20 Jahre bei null Prozent Zinsen.

Peters hat für die Zukunft geplant: Ziehen die Flüchtlinge aus, lassen sich die Wohnungen an Senioren vermieten. Durch versetzbare Innenwände sind die Grundrisse veränderbar, die Türen haben Rollstuhlbreite. Peters sieht den Bau der Häuser noch unter zwei weiteren Aspekten: Für die Firmen in der Region seien sie ein Konjunkturpaket, städteplanerisch seien damit Baulücken geschlossen worden. Durch individuelle Farbgebung hat jedes Haus zudem sein eigenes Gesicht.

Von Joachim Gries