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Lachendorf Forstwirtschaft kontra Klimawandel
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Forstwirtschaft kontra Klimawandel
19:18 24.11.2010
Waldbewirtschaftung in der Leader-Region: Plenum in Lachendorf Quelle: nicht zugewiesen
Lachendorf

Mehr Hitze-tage mit Temperaturen über 30 Grad im Sommer und höhere Niederschlagsmengen im Winter: Wenn es nach den Prognosen von Andrea Krause vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz-Universität in Hannover geht, stehen der Region Celle/Uetze im 21. Jahrhundert große Veränderungen bevor. Auf einer Regionalkonferenz der Leader-Region Lachte-Lutter-Lüß in Lachendorf haben Experten darüber diskutiert, ob und wie die Forstwirtschaft der Region Lachte-Lutter-Lüß sich an dieses Klima anpassen muss. Volker Schulte, Leiter der Forstamts Celle, erklärte zudem, welche Handlungsansätze die Waldbesitzer der Region verfolgen.

„Witterungsbedingt werden die Schäden an den Wäldern in der Zukunft zunehmen“, erläuterte Schulte den Teilnehmern der Tagung. Zum einen würde die Trockenheit frisch angepflanzte Bäume angreifen, zum anderen würden Schäden durch Stürme zunehmen. Hinsichtlich der Niederschläge geht Krause davon aus, dass es im Jahresmittel kaum Veränderungen der Summe, sondern eine Umverteilung in der Region geben werde. So sollen im Sommer 15 bis 25 Prozent weniger Niederschläge fallen, während im Winter ungefähr die gleiche Menge mehr fallen könnte.

„Der Klimawandel wird je nach Region und Standort zu einer Erhöhung oder Verminderung der Waldproduktivität führen“, meinte Andreas Bolte, Leiter des Instituts für Waldökologie und Waldinventuren in Eberswalde. „Eine Waldanpassung an den Klimawandel ist in vielen Fällen notwendig“, sagte Bolte.

Anpassungsstrategien hinsichtlich dieses Klimawandels zu entwickeln, hieße aber nicht, den Waldbau neu zu erfinden, meint Schulte in seinem Vortrag. So sei zum Beispiel der Waldumbau bereits heute Tagesgeschäft – unabhängig vom Klimawandel. Schulte schlug daher vor, sich im Wege der Naturverjüngung unter anderem auf die Kiefer zu konzentrieren. Unter dem jetzigen Bestand soll bereits die nächste Generation an Bäumen gepflanzt werden, um Sturmschäden zu mindern.

Zudem forderte Schulte, die privaten Waldbesitzer von den Kosten der Waldversicherungen zu entlasten. Dies könne zum Beispiel mit Mitteln aus dem Waldklimafonds geschehen. Hinsichtlich der Waldbrandsicherung habe sich die Situation durch den Einsatz von Kameras im Landkreis Celle schon deutlich verbessert, lobte er. Weiterhin sei es wichtig, die Anzahl von Kiefern-Großschädlingen und Bor-kenkäfern zu überwachen.

Die Insekten können nach

Massenvermehrungen starke Schäden im Wald anrichten. „Dazu ist ausreichend Forstpersonal nötig“, so Schulte. 13 Förster beschäftige das Forstamt Celle derzeit.

Von Christian Uthoff