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Lachendorf Gemeinden wollen Tagesmütter fördern
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Gemeinden wollen Tagesmütter fördern
17:50 16.02.2012
Lachendorf

Im Flotwedel wird derzeit in Erwägung gezogen, künftig Räume für die Kindertagespflege kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf: "Wir könnten zum Beispiel gemeindeeigene Gebäude umbauen, in denen die Tagesmütter dann arbeiten können. Das ist eine Win-Win-Situation: Die Tagesmütter haben ein Einkommen und wir müssen keine Krippe bauen." Denkbar ist Kämmerer Ralf Thölke zufolge auch, dass Tagesmütter nach Unterrichtsschluss Räume in den Schulen nutzen.

Ähnlich funktioniert derzeit schon die Betreuung im Nienhäger Mehrgenerationenhaus: Sozialpädagogen, Erzieher und vom Landkreis qualifizierte Tagespfleger betreuen die Kinder; "die Gemeinde stellt die Räume", berichtet Geschäftsführerin Simone Welzien.

Die Umbauten könnten vom Land Niedersachsen gefördert werden, stellt der stellvertretende Leiter des Jugendamtes, Klaus-Peter Heuer, in Aussicht. "In der Regel findet Tagespflege in den Räumen der Tagespflegeperson oder der Eltern statt", berichtet er. Öffentliche Räume sind vor allem für größere Gruppen interessant: Heuer zufolge können zwei vom Landkreis qualifizierte Tagespfleger acht Kinder gemeinsam betreuen, zehn, wenn eine von ihnen eine weiterführende Ausbildung hat, zum Beispiel zum Erzieher oder Sozialassistent.

Der Lachendorfer Samtgemeinderat hatte in der vergangenen Woche diskutiert, den Bau von Krippen zurückzustellen. "Die Samtgemeinde könnte Tagesmütter bezuschussen", erläutert Christian Brandes die Pläne der UB-Fraktion. Diese könnten den sinkenden Bedarf an Kinderbetreuung abdecken. Ohne, dass eine Krippe gebaut wird. In der Samtgemeinde im Gespräch sind sowohl die Förderung des Qualifizierungskurses beim Landkreis als auch die Bezuschussung der laufenden Tätigkeit.

Ulrich Kaiser (WG-Landkreis) hofft, die Förderung für Tagesmütter auf Kreisebene zu erhöhen: "Ich will das im Kreistag thematisieren", kündigt er an. Ziel ist, die Stundensätze qualifizierter Tagesmütter und -väter zu erhöhen. "Der Satz liegt unter dem, was andere zahlen", hat Kaiser recherchiert: Im Kreis Celle gibt es derzeit 3,50 Euro pro Stunde, in Kreis Hildesheim 4 Euro, im Kreis Vechta 4,20 Euro. Heuer weist jedoch darauf hin, dass sachliche Zuschüsse effizienter sein können, als höhere Vergütung. Diese müsse gegebenenfalls versteuert werden.

Von Isabell Prophet