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Lachendorf Helfer vor Ort sind dichter dran
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Helfer vor Ort sind dichter dran
17:20 12.04.2013
Jörg van der Ahe, Jörg Opel und Axel Stilke (von links) - vor dem Wagen, mit dem die ehrenamtlichen Ersthelfer des - DRK-Ortsvereins Lachtetal unterwegs sind. Quelle: Joachim Gries
Lachendorf

Im Ernstfall kommt es für einen Verletzten auf jede Sekunde an. Je schneller Hilfe geleistet wird, desto besser können die Folgen eingedämmt werden. Es geht um Menschenleben. In Lachendorf starteten am Mittwoch das Projekt Helfer vor Ort. Sie werden von der Rettungsleitstelle in Celle bei Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten, bei Bränden, bei denen Menschenleben in Gefahr sind, sowie bei nicht ansprechbaren Personen alarmiert. Ihre Aufgabe ist es, bis zum Eintreffen von Notarzt oder Rettungswagen den Verletzten zu versorgen und lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. „Wir sind keine Konkurrenz, es geht uns um die Sache“, sagt Jörg van der Ahe.

Der 38-Jährige hat das Projekt Helfer vor Ort oder „First Responder“ in Lachendorf ins Leben gerufen. Als er seine Pläne beim Landkreis vorstellte, der für den Rettungsdienst zuständig ist, fand er dort ein offenes Ohr. Die Samtgemeinde Lachendorf spendierte einen Defibrillator für 1000 Euro, außerdem gab es zwei Einzelspenden. Van der Ahe, seit 2002 Rettungssanitäter, hofft auf weitere Spender, denn für Benzinkosten oder Verbrauchsmaterial kommt der DRK-Ortsverein auf. Zuschüsse vom Landkreis oder von den Krankenkassen gibt es nicht.

Zurzeit besteht die Gruppe der Helfer vor Ort aus Jörg van der Ahe, Axel Stilke, Jörg Opel, Dirk Schlüter, Melanie Koch, Melanie Mösbauer und Kathrin Hinz, im Sommer stoßen noch Manfred Meinecke, Bianca Koch und Daniela Weber dazu. Bevor es zum ersten Einsatz geht, müssen alle Ersthelfer eine Sanitätsausbildung über fünf Wochenenden absolviert haben, es sind aber Rettungssanitäter und Rettungsassistenten in der Gruppe.

Van der Ahe rechnet mit zwei bis drei Alarmierungen pro Woche. Für einen Einsatz werden die Helfer vor Ort über Funkmeldeempfänger alarmiert. Da sie in der Woche arbeiten, sind die Helfer von montags bis freitags von 18 bis 6 Uhr einsatzbereit, an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr. Ihr Einsatzgebiet ist vorrangig der Bereich der Samtgemeinde Lachendorf. „Es macht Sinn, wenn wir schneller vor Ort sind“, sagt van der Ahe. Die Sanitäter erhalten keine Aufwandsentschädigung, alles ist ehrenamtlich.

Die Kosten für die ehrenamtlichen Ersthelfer trägt der DRK-Ortsverein Lachtetal. Er hat den VW Golf Kombi für die Helfer vor Ort zur Verfügung gestellt und die an Bord notwendige Ausrüstung finanziert. Der diensthabende Sanitäter hat den Wagen bei sich zu Hause und kann nach der Alarmierung direkt zur Einsatzstelle fahren. Bei Bedarf kann auch das mobile Blaulicht eingesetzt werden.

Sogenannte „First Responder“ gibt es auch beim DRK-Ortsverein Unterlüß. Hier haben die Sanitäter im vergangenen Jahr 106 Einsätze geleistet. Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren in Wathlingen und Adelheidsdorf gibt es nach Angaben von Jörg van der Ahe diese Ersthelfer.

Von Joachim Gries