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Lachendorf Hitzige Debatte in Lachendorf: Muss Wald neuem Baugebiet weichen?
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Hitzige Debatte in Lachendorf: Muss Wald neuem Baugebiet weichen?
08:20 17.03.2017
Mit Plakaten protestierten Lachendorfer Bürger bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Ratssitzung für den Walderhalt südlich des Baugebiets Südhang. Quelle: Amelie Thiemann
Lachendorf

Bürgermeister Hartmut Ostermann und Gemeindedirektor Jörg Warncke versicherten zwar, dass es noch keine konkreten Pläne für das Baugebiet und damit die Abholzung des 30 Hektar großen Waldes gebe, doch die Einwohner beruhigte dies nicht. Vor allem Warnckes Aussage, es würde bereits ein Vertragsentwurf mit den niedersächsischen Landesforsten zum Kauf des Waldes vorliegen, ließ die Anwesenden aufhorchen.

Die Bürger gaben zu bedenken, dass sich die Verkehrssituation in Lachendorf durch das zusätzliche Baugebiet verschlimmern würde. Mehrere Bürger betonten, wie beliebt das Waldstück als Naherholungsgebiet sei. An einer Unterschriftenaktion der Erhaltungsbefürworter hatten sich 962 Einwohner beteiligt. "Die Unterschriften sind in den Abwegungsprozess eingeflossen", versicherte Warncke.

"Welche Vorteile hat es, wenn der Ort noch größer wird?", wollte ein Bürger wissen und erntete von den anderen Besuchern Applaus. Warncke verwies auf eine langfristige Planung: "Wir müssen Lachendorf weiterentwickeln, um die Infrastruktur zu halten. Wenn man nicht will, dass der Ort verödet, dann muss man moderaten Zuwachs fördern."

Des Weiteren drängten die Fragesteller auf alternative Flächen für Baugebiete. Vor allem eine Fläche gegenüber der Feuerwehr, südlich der Ahnsbecker Straße, kam wiederholt zur Sprache. Laut Warncke ist jene Fläche jedoch nicht geeignet – "zu schmal für eine sinnvolle Bauleitplanung". Ganz raus aus der Planung sei das Gebiet allerdings noch nicht.

"Was können wir Bürger tun, um den Wald zu erhalten?", fragte ein Einwohner während der auf mehr als eine Stunde verlängerten Fragestunde. "Nichts", antwortete Warncke knapp. Zunächst sollen drei Pläne für ein Baugebiet auf der Waldfläche ausgearbeitet werden, diese werden dann den Bürgern vorgestellt. "Es gibt noch Abstufungen zwischen den beiden Extremen, alles abzuholzen oder alles stehenzulassen", betonte der Gemeindedirektor.

Von Amelie Thiemann