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Lachendorf "Jung kauft Alt" mit Hilfe der Samtgemeinde Lachendorf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf "Jung kauft Alt" mit Hilfe der Samtgemeinde Lachendorf
15:36 13.10.2015
Lachendorf

Die Samtgemeinde Lachendorf will jungen Paaren und Familien mit Kindern den Kauf von Altgebäuden schmackhaft machen. Für die Erstellung eines Altbaugutachtens, das über den Zustand des Hauses Auskunft gibt sowie Modernisierungsempfehlungen ausspricht, sollen maximal 1500 Euro gezahlt werden. Zudem ist über einen Zeitraum von sechs Jahren eine Förderung von maximal 1500 Euro pro Jahr vorgesehen. Eine entsprechende Richtlinie soll heute Abend in der Sitzung des Rates der Samtgemeinde Lachendorf beschlossen werden. Inkrafttreten soll sie Anfang kommenden Jahres.

Im Juni hatte Andreas Homburg aus Hiddenhausen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Workshops in der Gemeinde Eldingen einen Vortrag über die Förderpolitik seiner Heimatgemeinde vorgestellt. Dort wird unter dem Titel „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser“ eine entsprechende Förderung seit Mitte 2007 gezahlt. Ausgangspunkt waren sinkende Bevölkerungszahlen, eine wachsende Überalterung und zunehmende Leerstände. Diese Fakten gelten in weiten Teilen der Republik – auch im Celler Land.

„Dieses Programm ist durchaus sinnvoll und auch auf die Samtgemeinde Lachendorf übertragbar“, schreibt Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke in der Sitzungsvorlage. Die Herausforderung müsse man ganzheitlich sehen, sagt der Verwaltungschef mit Blick auf die Mitgliedsgemeinden. Deshalb müsse die Samtgemeinde den Part übernehmen. Die Mitgliedsgemeinden wiederum müssten sich bereiterklären, auf die Ausweisung neuer Baugebiete zu verzichten. Das sei eine logische Konsequenz. Der Kernort Lachendorf ist aus den „Richtlinien zur Förderung des Erwerbs von Altbauten“ ausdrücklich ausgenommen. Hier ließen sich alte Gebäude immer noch verkaufen. Auch werde Lachendorf weitere Baugebiete ausweisen, weil die Nachfrage einfach da sei.

Mit dem Altbaugutachten hätten sowohl Verkäufer als auch potenzielle Käufer Aussagen über den Zustand des Gebäudes und damit auch über den Preis, sagt Warncke. Auch stelle der Sachverständige fest, wo Handlungsbedarf bestehe. Komme ein Kauf nicht zustande, liege das Gutachten bei der Samtgemeinde. Komme das Gutachten zu dem Schluss, dass ein Abriss des Gebäudes sinnvoller ist als eine Sanierung, stünden die Fördermittel auch für einen Neubau zur Verfügung. Mit dem Bauplatz in der geschlossenen Ortslage werde eine Lücke in der Bebauung vermieden.

„9000 Euro sind nicht die Welt, können jungen Familien aber über die ersten sechs Jahre hinweghelfen“, sagt Warncke. Für das kommende Jahr sollen insgesamt 25.000 Euro für das Förderprogramm bereitgestellt werden. Reicht die Summe nicht aus, müsse über eine Erhöhung nachgedacht werden.

Weitere Themen in der Sitzung sind die Änderung der Hauptsatzung und die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Beedenbostel. Zudem wird Hans-Peter Barten als Nachrücker im Rat begrüßt, Christian Brandes hat sein Mandat im Juli niedergelegt.

Von Joachim Gries