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Lachendorf Keine Vorrangfläche für Tierhaltung: Ausschuss lehnt F-Planänderung ab
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Keine Vorrangfläche für Tierhaltung: Ausschuss lehnt F-Planänderung ab
16:59 05.02.2010
Lachendorf

Kommen als Folge des geplanten Hähnchenschlachthofs in Wietze jetzt Mastställe in großer Zahl in den Landkreis Celle? Lässt sich diese Entwicklung durch eine Änderung des Flächennutzungsplans steuern? Die Hähnchenställe bewegen die Bürger, über 20 verfolgten am Donnerstag die Sitzung des Lachendorfer Infrastruktur- und Samtgemeindeentwicklungsausschusses, der sich mit Tierhaltungsanlagen befasste

Die Einwohner stellten zu Beginn der Sitzung Fragen. Bei der Beantwortung war Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke gefordert. Ziel einer Änderung des Flächennutzungsplans könnte sein, große gewerbliche Mast­ställe dort zu erlauben, wo sie zu einer möglichst geringen Beeinträchtigung der Allgemeinheit führen. Sei diese Vorrangfläche voll, könnten weitere gewerbliche Investoren abgewiesen werden – wenn der Flächennutzungsplan ordnungsgemäß zustande gekommen ist, sagte Warncke. Er machte deutlich, dass die F-Planänderung nicht zur Steuerung privilegierter Anlagen von Landwirten führe und dass eine Verhinderungsplanung nicht zulässig sei.

Martin Albers, Geschäftsführer des Landvolks Celle, der über Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft im Lachendorfer Raum referierte, ging nicht auf Geflügelmast ein. Ihm hätten keine Zahlen vorgelegen, sagte er auf Nachfrage, machte aber deutlich, dass er aufgrund der Strukturen im Landkreis mit großen Naturschutzflächen, FFH-Gebieten und viel Wald mit 10 bis 15 neuen Mastanlagen rechne. Albers stellte klar, dass er die Bedenken der Bevölkerung ernst nehme.

Bevor über eine F-Planänderung gesprochen werde, wolle er erst die Stellungnahme eines anderen Experten hören, sagte Charles Sievers (FDP). Nach einer Sitzungsunterbrechung zog er diesen Antrag zurück und stellte stattdessen die beiden Möglichkeiten dar: konsequente Umsetzung einer F- wie B-Planänderung oder einfach abwarten.

„Wenn wir Vorrangflächen ausweisen, ziehen wir Großinvestoren an“, sagte Fachberater Klaus-Jörg Oppermann. Die könnten über das Abgreifen von Emissionswerten dann sogar die örtlichen Landwirte einschränken. „Lieber ein oder zwei Großanlagen, statt 100“, argumentierte Sievers. Der Bauer lebe in der örtlichen Gemeinschaft, den Großinvestor würden die Auswirkungen einen Scheißdreck interessieren.

Als abgestimmt wurde, ob der F-Plan unverändert bestehen bleiben soll, ging nur der Finger von Hans-Peter Barten hoch. Die anderen Ausschussmitglieder enthielten sich.

Von Joachim Gries