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Lachendorf Klärwerk Lachendorf erhält Faulturm
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Klärwerk Lachendorf erhält Faulturm
18:16 13.02.2015
Die Mitglieder der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Matheide verschafften sich in der Kläranlage Lachendorf einen Überblick über die vorhandene Technik.  Quelle: Alex Sorokin
Lachendorf

2,3 Millionen Euro wird der Abwasserverband Matheide (AVM) in die Kläranlage Lachendorf investieren. Durch eine geänderte Behandlung des Klärschlamms soll die Kapazität der Anlage von 18.000 auf 20.000 Einwohnergleichwerte erhöht werden. AVM-Geschäftsführer Fritz Kiemann geht davon aus, dass mit dem einstimmigen Votum in der Verbandsversammlung am Donnerstag die Entscheidung für die innovativste Lösung gefallen ist.

Neu entsteht auf dem Gelände der Lachendorfer Kläranlage ein Faulturm. Damit wird vermieden, dass das Belebungsbecken vergrößert oder ein zweites hätte gebaut werden müssen. Das im Faulturm anfallende Gas soll in einem Blockheizkraftwerk verfeuert werden, der erzeugte Strom dient der Eigenversorgung der Anlage. Der entwässerte Schlamm wird als krümeliger Dünger mit etwa 20 Prozent Festmasse an die Landwirtschaft abgegeben.

Die aerob-thermophile Schlammbehandlung (ATS), die zurzeit in Lachendorf stattfindet, verursacht jährliche Kosten von 240.000 Euro, das künftige anaerobe Stabilisierungsverfahren im Faulturm ist nach Angaben von AVM-Ingenieur Rüdiger Eichel-Bilke mit 140.000 Euro jährlich deutlich günstiger. „Wir haben große Einsparungen bei den reinen Energiekosten“, sagte Eichel-Bilke. Bei der Faulung fällt weniger Schlamm an, durch die stärkere Entwässerung können die vorhandenen Behälter genutzt werden, die Schlammboxen müssen nur unerheblich erweitert werden. Die verschärfte Düngemittelverordnung gab dem AVM zudem auf, den Speicherzeitraum für Klärschlamm auf neun Monate zu erhöhen

In diesem Jahr sollen in die Kläranlage Lachendorf 620.000 Euro investiert werden, überwiegend in die Planung. 2016 soll der größte Teil der Bauarbeiten über die Bühne gehen. Einsatzbereit wird die gesamte Technik nach den Worten von Eichel-Bilke dann im Jahr 2017 sein.

Von Joachim Gries