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Lachendorf Kleine Ökosysteme bei Lachendorfer Ferienpass-Aktion selbst erschaffen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Kleine Ökosysteme bei Lachendorfer Ferienpass-Aktion selbst erschaffen
18:32 27.06.2016
Quelle: Alex Sorokin
Lachendorf

Drei Stunden arbeiteten sie an diesen Terrarien, sammelten zuerst die richtigen Zutaten aus der Natur im nahe liegendem Wald, schichteten diese in den Gläsern auf zu richtigen Erdschichten und gaben zuletzt mit selbst gebauten Pipetten aus Strohhalmen einige Tropfen Wasser hinzu. Deckel drauf, und fertig ist eine ganz eigene Welt im Kleinen, wie der zwölfjährige Pepe erklärte. "Man darf das Glas nur nicht wieder öffnen, wenn es einmal verschlossen ist", warnt er, sonst würde das kondensierte Wasser verschwinden, und darauf baue das ganze System schließlich auf. Denn die Wassertropfen verdampfen, um dann auf das Moos "herabzuregnen", nur um später wieder zu kondensieren. Solange dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird, kann das kleine Ökosystem in der Theorie ewig bestehen.

Die Einmachgläser sind dabei ganz individuell gestaltet. "Die Kinder waren selbst sehr kreativ, wir mussten gar nicht viel beisteuern", erklärt Wiechmann im Bezug auf die jeweiligen, natürlichen Zutaten. Einige der kleinen Wissenschaftler haben sogar kleine Tiere wie Würmer in ihren Gläsern. Den Tieren geht es gut, sie können sich vom Moos ernähren und bekommen genug Sauerstoff und Wasser. Es ist wirklich eine eigene Welt.

Die Idee, erklärt Röker, komme von einem Online-Video auf Youtube, in dem das Experiment in einer Glühbirne stattgefunden hat. Pepe hatte auch schon versucht, zu Hause so ein Terrarium zu bauen. Sein erster Versuch ging leider daneben. Jetzt aber scheint alles zu funktionieren.

Die Kinder führen sogar ihre eigenen kleinen Experimente durch. Löwenzahn ist für seine Größe und besonders für seine Sprengkraft bekannt. Nun soll herausgefunden werden, ob er es mit der Zeit schafft, das Glas nur mit seinen Wurzeln zu öffnen.

Röker ist sichtlich zufrieden. Sie wollte den Kindern spielend die Welt erklären. "Lebensnah und nachvollziehbar", sagt sie. Ganz nebenbei haben die Kinder auch den Luftdruck, anhand der selbst gebauten Pipetten, oder den Lupeneffekt kennengelernt, den sie haben, wenn sie durch das Einmachglas sehen. "Es ist Physik für den Hausgebrauch", so Röker.

Die acht bis zehn Jahre alten Kinder hatten alle zudem viel Spaß, bestätigt auch Pia (11). Röker freut sich, dass die Kinder so die Welt zu verstehen lernen und dabei gleichzeitig auch gute Laune haben.

Von Rabe Tabea