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Lachendorf Lachendorf lehnt Fusion ab
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Lachendorf lehnt Fusion ab
19:03 22.12.2011
Lachendorf

Kommt der verordnete Zusammenschluss, würde Lachendorf klagen, sagte gestern Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke. Er bezweifle, dass der Staatgerichtshof Bückeburg das notwendige Gesetz auch als mit der Verfassung konform ansehe, sagte der Verwaltungschef.

Bei einem Pressegespräch am Mittwoch im Escheder Rathaus hatten Erhard Bergmann, Referent für kommunale Unterstützung bei der Regierungsvertretung Lüneburg, und Friedhelm Ottens von der Projektgruppe Zukunftsvertrag im niedersächsischen Innenministerium den Zusammenschluss von Eschede und Lachendorf als zweiten Schritt bezeichnet, der die Kommunen ganz aus der Finanzmisere führe. Den ersten Schritt haben die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Eschede noch vor sich: 2013 sollen sie zur Einheitgemeinde Eschede fusionieren.

Neu seien ihm die Vorstellungen des Landes zur Fusion Eschede-Lachendorf nicht, so Warncke. Bereits im Januar 2011 sei diese Andeutung bei einem Gespräch zwischen Vertretern des Innenministeriums, des Landkreises und der beiden Samtgemeinden gemacht worden. „Es war den Vertretern des Landes dabei auch offensichtlich egal, dass das zur Prüfung einer Fusion in Auftrag gegebene Gutachten zu einem negativen Ergebnis kam. Aber so ist das mit Fakten – die werden gern einmal beiseite geräumt, wenn sie nicht passen“, schreibt Warncke in einer Pressemitteilung.

Im März 2010 hatte der Rat der Samtgemeinde Lachendorf den Fusionsplänen mit Eschede aus finanziellen Gründen eine Absage erteilt. Der Escheder Verwaltungschef Günter Berg hatte am Mittwoch im Pressegespräch in Eschede daran erinnert. Die Nachbarkommune habe trotz der so genannten Einwohnerveredelung - bei größeren Gemeinden steigt der Finanzbedarf und damit der Anspruch auf einen höheren Finanzausgleich - die Fusion abgelehnt. „Warum hätte die Samtgemeinde Lachendorf angesichts des Gutachtens eine Fusion in Erwägung ziehen sollen, wenn sie keine Vorteile davon gehabt hätte, sondern nur das Land sich Probleme erspart?“, formuliert es Warncke deutlicher.

Lachendorf hatte dem Land angeboten, eine Fusion dennoch ins Auge zu fassen, wenn dabei auch ein Vorteil für die neu zu bildende Kommune herausspringe. Der Vorschlag lautete, das Thema Fusion erneut zu beraten, wenn die neue Kommune als dann größte Einheit (nach der Stadt Celle) im Landkreis zu einem Mittelzentrum aufgewertet wird. "Dieser Vorschlag wurde vom Land Niedersachsen aber abgelehnt", schreibt Warncke. (

Von Joachim Gries