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Lachendorf Lachendorfer Kirchturm ist wieder komplett
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Lachendorfer Kirchturm ist wieder komplett
18:53 04.12.2016
Lachendorf

Dabei wurden die neuen Steine im Mauerwerk durch eine kunstvolle Illumination ins rechte Licht gerückt. Die Besucher hatten die Gelegenheit, das Innere des Turms bis zur Glocke an der Spitze über die neue eingebaute Treppe zu erkunden. Den Abschluss des Festes bot ein Adventsliedersingen, bei dem der Posaunenchor sein Können zeigte.

Vor zehn Jahren, im Februar 2006, zur 100. Wiederkehr der Weihe der Christuskirche hatte die Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) das Innere des Gotteshauses renoviert. Dann sei zehn Jahre gespart worden, um den Kirchturm zu sanieren, sagt Bernhard Mader, seit 2013 Pastor der 170-köpfigen Christusgemeinde. Viele Ziegel seien oberflächlich beschädigt gewesen, deshalb sei eine Sanierung notwendig geworden.

Im Juni wurde das Gerüst um den Turm aufgebaut, eigentlich sollten die Arbeiten in den Sommerferien vorgenommen werden und Ende Juli abgeschlossen sein. Sämtliche Fugen waren nach Angaben von Thomas Kottonau vom Kirchenvorstand auch schnell rausgeflext, doch als die Steine ausgetauscht werden sollten, zeigte sich erst das ganze Ausmaß der Schäden. „Viel mehr Ziegel waren kaputt“, sagt der Pastor. War anfangs von 1300 Steinen ausgegangen worden, die auszuwechseln seien, waren es zum Schluss rund 3800, fast die dreifache Zahl. Die neuen Mauersteine in dem speziellen Format kamen von einer Ziegelei aus dem Lüneburger Raum. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, mussten zudem besondere Auflagen berücksichtigt werden.

Wegen des unerwarteten Umfangs konnte erst Ende Oktober das Gerüst wieder abgebaut werden, Anfang November waren dann die auch die Restarbeiten erledigt. Im Innern des Turms wurde der lose Putz abgeschlagen und das Mauerwerk neu verschlämmt. Auch wurde eine neue Treppe eingebaut. Die alte war nach Angaben von Kottonau wurmstichig und sehr steil. Außerdem wurde nach Angaben des Pastors die Glocke gewartet.

Die Ausgaben klettern in die Höhe und summierten sich zum Schluss auf 110.000 Euro. Mit weniger als der Hälfte hatte die Gemeinde gerechnet. Spender und Sponsoren sprangen ein, auch die Gemeinde Lachendorf gab einen Zuschuss von 10.000 Euro.

Dass der Turm mit einer Gesamthöhe von 23,20 Metern jetzt eine Vielzahl neuer Ziegel im Mauerwerk aufweist, ist nicht zu übersehen. Mader geht davon aus, dass die Unterschiede verschwinden, wenn die neuen Steine Patina angesetzt haben.

Von Joachim Gries