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Lachendorf Langer Weg zum neuen Lachendorfer Feuerwehrhaus
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Langer Weg zum neuen Lachendorfer Feuerwehrhaus
17:58 09.02.2015
Vom alten Feuerwehrgerätehaus am Rehrkamp zogen die Feuerwehrleute und ihre Anhänger zum Neubau - an der Lachendorfer Peripherie. Quelle: Alex Sorokin (2)
Lachendorf

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk gab es am Sonntag für Lachendorfs Ortsbrandmeister Dieter Seiler: An seinem Ehrentag wurde das neue Feuerwehrgerätehaus am Ahnsbecker Kreisel am Rande des Neubaugebiets Südhang eingeweiht. Das 1,6 Millionen Euro teure Gebäude war in knapp einjähriger Bauzeit entstanden und bereits im Januar von der Feuerwehr bezogen worden.

Bürgermeister Jörg Warncke zeichnete in seiner Rede den langen Weg bis zum Neubau nach. Bereits Ende der 1980er Jahre hatte die Feuerwehrunfallkasse in einem dicken Bericht die Mängel im alten Gerätehaus am Rehrkamp aufgelistet. Ende der 1990er Jahre gab es einen neuen Bericht, der die Beseitigung noch dringlicher machte. Die Politik habe vor der Frage gestanden, das Haus umzubauen oder ein neues zu bauen, sagte Warncke. Ein Neubau an der alten Stelle habe sich verboten, weil es für den Standort im Überschwemmungsgebiet keine Baugenehmigung gegeben hätte.

Die Feuerwehr hatte sich mehrheitlich für den jetzigen Standort entschieden. Ende 2013 war die Planung fertig, ab Februar 2014 wurde gebaut. Der Hügel, auf dem das Haus entstand, besteht aus einer dicken Lehmschicht, die eine besondere Gründung notwendig machte. Allein dafür sei ein sechsstelliger Betrag aufgewendet worden, so Warncke. Für die Gestaltung des Außengeländes waren Leader-Mittel in Höhe von 100.000 Euro bewilligt worden. Da sie bis Mitte 2014 verbaut werden mussten, habe sich die Öffentlichkeit sehr über die ordentliche Baustelle gewundert, sagte der Verwaltungschef.

Die Fahrzeughalle verfügt über sechs Stellplätze, davon belegt einen die Lachendorfer Samtgemeindefeuerwehr. Eine Luftwärmepumpe sorgt für neun Grad in der Halle und für angenehme Temperaturen im zweigeschossigen Bau mit Garderoben, Sanitärbereich, Büro und Besprechungsräumen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach speist Strom in eine Batterie im Technikraum im Obergeschoss ein. Zwei Tage reicht deren Kapazität zur Versorgung des Gebäudes. Ein Notstromaggregat kann über die Zapfwelle eines Schleppers angetrieben werden, so dass das Gebäude auch im Ernstfall einsatzbereit ist. "Man könnte hier auch ein Lagezentrum einrichten", sagte Warncke beim Rundgang durch das Gebäude auch mit Blick auf die Hügellage. Als weitere Finessen nannte er ein Transpondersystem, das an den Türen die Schlüssel ersetzt, sowie eine Videoüberwachungsanlage im Außenbereich.

Sehr zufrieden zeigte sich Peter Trumann, Chef des Lachendorfer Feuerwehrmusikzugs. Der Übungsraum im Obergeschoss sei doppelt so groß wie der bisherige. 51 Musiker gehören dem Zug an, davon sind 22 auch aktive Feuerwehrleute. Zu den Proben sind immer etwa 30 Musiker anwesend. Die Lachendorfer Wehr hat 67 Aktive, die Jugendfeuerwehr 26 Mitglieder.

Ursprünglich waren Ausgaben von 1,4 Millionen Euro geplant worden. Dass sie sich jetzt auf 1,6 Millionen Euro belaufen, ist auch einer namhaften Spende der Gustav-und-Catharina-Schürfeld-Stiftung zu verdanken. Damit wurden vor allem die Ausgaben für Musikzug und Jugendfeuerwehr bestritten. Auch Photovoltaikanlage und Videoüberwachung waren ursprünglich nicht geplant. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr brachten 1279 Arbeitsstunden Eigenleistung ein, zudem Geld für die Küche oder die Gestaltung des Übungsraums.

„Wir sind stolz, dass wir hier sind“, sagte am Sonntag ein zufriedener Ortsbrandmeister Seiler. Hier, das ist Alter Postweg 112 – 112 wie der Feuerwehr-Notruf.

Von Joachim Gries