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Lachendorf Marie Drögemüller wird 100
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Marie Drögemüller wird 100
17:08 29.06.2011
Von Christoph Zimmer
Lachendorf

Ihr Heimweh wäre zu groß gewesen. Also hat sich Marie Drögemüller damals dazu entschieden, auf der Volksschule in Lachendorf zu bleiben und nicht auf die im fernen Celle gelegene Oberschule zu gehen, wie es Eltern und Lehrer sich gewünscht hatten. Sie wollte den elterlichen Hof einfach nicht verlassen, weg von der Familie, von den Freunden, auch wenn es nur für ein paar Stunden am Tag gewesen wäre. Der Klavierunterricht musste weiter auf dem eigenen Klavier stattfinden. Heute wird Marie Drögemüller 100 Jahre alt. Ihren Geburtstag feiert sie auf dem Hof Schmeling - in Lachendorf natürlich. Wie sie es geschafft habe, ein so hohes Alter zu erreichen? „Das ist ganz leicht“, sagt bodenständige Frau, „immer was zu tun zu haben und die gute Lachendorfer Luft.“

Als ältestes Kind von Heinrich und Marie Schumeier ist sie am 30. Juni 1911 auf dem elterlichen Hof in Lachendorf geboren. Nach dem Schulabschluss ist sie dann doch einmal weggezogen. Nach Hildesheim. Für die Ausbildung zur Bäuerin in der Volkshochschule. Im Anschluss daran kehrte sie nach Lachendorf zurück.

Sie kann sich noch an viele Verehrer erinnern. Abgesehen hatte sie es aber nur auf den gut aussehenden Karl Drögemüller, den sie 1933 heiratete. Aus der Ehe ging kein männlicher Hoferbe hervor - aber drei gemeinsame Töchter. Einer hat sie den Hof vererbt, den anderen beiden hat sie Grundstücke in der Gemeinde geschenkt. „Es ist doch schön, wenn alle mal wieder zusammen kommen“, sagt Marie Drögemüller. Alle Geburtstage werden gemeinsam gefeiert. Dazu gehören auch die Geburtstage der zehn Enkelkinder und 19 Urenkelkinder. Sie ist bodenständig und heimatverbunden, hat aber auf den vielen Reisen mit ihren Kindern und dem Kegelclub viel von der Welt gesehen. Bis heute spielt sie mit Freundinnen regelmäßig Rommee.

Die Erlebnisse des Krieges waren schwer, für ihre Kinder musste sie Mutter und Vater zugleich sein und sich alleine um den großen Hof kümmern. Nach dem Tod ihres Mannes 1983 hat Marie Drögemüller einen weiteren Schicksalsschlag erlebt. Durch einen Oberschenkelbruch, den sie 2006 erlitten hat, ist ihre Mobilität eingeschränkt. Aber in Begleitung und mit Gehhilfen kann sie alle wichtigen Besuche immer noch machen. Sie wolle nun etwas kürzer treten, verspricht sie mit einem Lächeln. Aber das hatte sie auch schon vor zehn Jahren gesagt - bei ihrem 90. Geburtstag.