Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lachendorf Mieter und Vermieter streiten über jungen Hund
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Mieter und Vermieter streiten über jungen Hund
17:40 03.11.2010
Sorgt für Wirbel: Jack Russell Terrier „Bobby“. Quelle: Peter Müller
Lachendorf

Ein Jahr ist er erst alt – dennoch sorgt Jack Russell Terrier „Bobby“ für eine Menge Wirbel in einem Lachendorfer Mehrfamilienhaus. Nach-dem sich mehrere Mieter über die angebliche Lautstärke des Hundes beschwert haben und Gespräche mit den Haltern des Hundes keinen Erfolg brachten, hat der Vermieter gegen die Haltung geklagt. Am 24. November soll der Fall vor dem Amtsgericht Celle verhandelt werden.

Seit Ende 1986 wohnt das Ehepaar Keller (Name von der Redaktion geändert) in der Lachendorfer Wohnung – seit 1987 halten sie dort auch Hunde. Beschwerden von anderen Mietern habe es jahrelang nicht gegeben. „Als wir 2002 neue Nachbarn bekommen haben, hat sich das verändert“, sagt Marion Keller. Nachdem sie im März dieses Jahres ihren Hund aufgrund eines Krebsleidens einschläfern lassen mussten, schafften sie sich im Mai den Terrier „Bobby“ an. „Anfangs hat er gebellt“, gibt Keller zu. „Aber jetzt ist er ruhig.“ Seitens des Vermieters sei ihnen im April die Tierhaltung untersagt und im Juni mit der Kündigung gedroht worden, falls der Hund nicht abgeschafft wird. „Jetzt hat er geklagt, mit dem Ziel, uns aus der Wohnung zu kriegen“, sagt Marion Keller.

Der Vermieter erklärt, er wolle den Konflikt so sachlich wie möglich angehen: „Ich musste etwas unternehmen“, erläutert er. Seit Jahren hätten sich die anderen Mietparteien über Ruhestörungen beschwert. Viele Gespräche seien in den vergangenen Jahre mit dem Ehepaar geführt worden. „Nichts hat zum Erfolg geführt“, so der Vermieter. Als für einige Wochen kein Hund im Haus war, sei das „wie Urlaub“ für die anderen Mieter gewesen. Der Vermieter betont, zwischen den Stühlen zu stehen: „Ein Mieter ist aufgrund des Lärms bereits ausgezogen.“ Auch die anderen hätten bereits schriftlich diese Absicht verkündet. „Ich weiß keinen anderen Rat mehr, als einen Rechtsanwalt zu beauftragen.“

Der Celler Anwalt von Marion Keller sieht gute Chancen, den Rechtsstreit für sich zu entscheiden – weil die Beklagten unter medizinisch-psychologischen Gesichtspunkten auf einen Hund angewiesen seien. Der Vermieter möchte vor allem eins erreichen: „Ich hoffe, dass dort bald wieder Frieden herrscht.“

Von Christian Uthoff