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Lachendorf Ostermarkt nach 26 Jahren aus Lachendorfer Oberschule verbannt
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Ostermarkt nach 26 Jahren aus Lachendorfer Oberschule verbannt
11:40 18.03.2017
Lachendorf

"Es ist wirklich traurig, ich habe alles versucht", sagt Hollstein. Für die Kunsthandwerkerin kam die Absage vom Landkreis völlig überraschend. "Da haben wir wohl aneinander vorbeigeredet", beschreibt Hollstein die Kommunikation mit der Verwaltung. Genau wie die Uetzerin nutzten die zuletzt mehr als 80 Aussteller den Ostermarkt, um ihr Kunsthandwerk zu vertreiben und Geld zu verdienen. "Es ist doch der Sinn vom Ostermarkt, etwas zu verkaufen", sagt Hollstein. Es sei "keine böse Absicht gewesen", gegen Auflagen zu verstoßen.

Der Landkreis begründet die Entscheidung, keine Nutzungsgenehmigung für die Schulräume mehr zu erteilen, damit, dass laut Vertrag keine gewerbliche Nutzung stattfinden darf. "Leider mussten wir schon im Jahre 2016 feststellen, dass der gemeinnützige Charakter der Veranstaltung im Laufe der Zeit offensichtlich verloren gegangen ist", sagt Landkreis-Sprecher Holger Harms. Die "Gewinnerzielungsabsicht" der Aussteller sowie das Eintrittsgeld für Besucher von 2 Euro widersprächen einem gemeinnützigen Charakter.

Hollstein erwidert, dass sie das Geld benötigt, um die im Vorfeld anfallenden Kosten von beispielsweise Werbeanzeigen zu decken. "Kein Mensch arbeitet umsonst. Die Aussteller und ich müssen davon leben", betont die 60-Jährige.

Nach der Absage vom Landkreis suchte Hollstein nach einem anderen Gebäude für ihren Ostermarkt. "Die Gemeinde Lachendorf hat mir den Olen Drallen Hoff angeboten, aber da haben nur 30 Aussteller Platz", erzählt sie. Fündig wurde die Veranstalterin letztlich außerhalb des Landkreises: Das Waldhaus Oelper in Lehndorf, nordwestlich von Braunschweig, stellt seine Räume für den Ostermarkt am kommenden Wochenende, 25. und 26. März, zur Verfügung. "Das ist ein schickes Gebäude, da passt so ein niveauvoller Markt gut rein", findet Hollstein. Die meisten Aussteller konnte sie ebenfalls dafür gewinnen, ihr und dem Ostermarkt nach Braunschweig zu folgen. "Ich freue mich, dass sie mutig sind und mit mir kommen." Nun hofft Hollstein darauf, dass Besucher aus dem Landkreis Celle ebenfalls den Weg zum Gasthaus Oelper finden.

Von Amelie Thiemann