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Lachendorf Rat ebnet Weg für neues Lachendorfer Gewerbegebiet
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Rat ebnet Weg für neues Lachendorfer Gewerbegebiet
12:18 04.02.2015
Lachendorf

„Sehr misslich“ nannte CDU-Fraktionschef Hartmut Ostermann, was sich am Montagabend in der Sitzung des Rates der Gemeinde Lachendorf abgespielt hatte. Bevor der Rat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Sallohweg“ fasste, wurden in der Einwohnerfragestunde – quasi in letzter Minute – neue Erkenntnisse über seltene Arten in dem Bereich geäußert. Ostermann machte deutlich, dass kompetente Personen im Verfahren keine Bedenken vorgetragen hätten, deshalb könne er nicht im Nachhinein seine Vorstellungen revidieren. So sahen es auch seine Ratskollegen, bei einer Enthaltung wurde der Satzungsbeschluss gefasst.

Als die OHE vor Jahren ihr Gleis an die Lachendorfer Peripherie verlegte, um der Papierfabrik Drewsen im Ortskern eine Erweiterung zu ermöglichen, hatte die Kommune am Sallohweg Flächen gekauft, um hier später ein Gewerbegebiet auszuweisen. Im vergangenen Jahr hatte die Kommune die Aufstellung des Bebauungsplans eingeleitet.

Jürgen Noltze als Anlieger des Sallohweges fragte nach, ob das Gewerbegebiet Kleines Bulloh bereits komplett belegt sei und ob es für das neue Gewerbegebiet Interessenten gebe. Nur noch vier Grundstücke seien jenseits der Landesstraße frei, für das neue Gebiet gebe es einen Interessenten, erläuterte Gemeindedirektor Jörg Warncke. Wann die Erschließung der Fläche am Sallohweg erfolge, hänge von den Vertragsverhandlungen mit den Investoren ab. Warncke machte nach weiteren Nachfragen deutlich, dass der Sallohweg, der das neue Gewerbegebiet an die Landesstraße anbindet, verbreitert werde. Es gebe ein umfangreiches Tüv-Gutachten über Lärmemissionen. „Es kommt kein Industriegebiet da hin, es ist ein Gewerbegebiet“, sagte Warncke.

Karola Naeder stellte sich in der Einwohnerfragestunde als Diplom-Biologin und Waldökologin vor. Sie monierte, dass das Gutachten das Waldstück, das zum Teil für die neue Gewerbefläche fallen muss, als eher geringwertig ausgewiesen habe. Sie habe dort überregional bedeutsame Arten gefunden, weshalb ihrer Ansicht nach die Untersuchungen nachgearbeitet werden müssten.

Warncke verwies auf die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen, die Mitte Januar endete, sowie auf die vorangegangene frühzeitige Beteiligung. Er gehe davon aus, dass der Satzungsbeschluss gefasst werde und der Rat dann nicht mehr auf die Einwände eingehe.

Bevor der Rat abstimmte, fragte Egbert Ehm (UB) nach, ob die Gemeinde Lachendorf Probleme bekommen könne. Gegen den Bebauungsplan könne geklagt werden, sagte Warncke.

Von Joachim Gries